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Neues Praktikum "Logistik- und Produktionssystemplanung" im WS2009/2010 gestartet

Das Praktikum „Logistik- und Produktionssystemplanung“ wurde gemeinsam mit  Prof. Dr. Schneider konzipiert und unter der Leitung von Herrn Ettl, der seit Mai 2009 als Doktorand an der Fakultät für Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen beschäftigt ist, entwickelt und umgesetzt. Zudem leisteten die Wirtschaftsingenieur-Studenten Jörg Hartwig und Mario Soukup tatkräftige Unterstützung.


Das Praktikum führt die Studenten anhand einer durchgängigen Fallstudie von der Fabrikplanung über die Montageprozess- bis hin zur Arbeitsplatzgestaltung und der logistischen Integration des Montagesystems. Ziel der Fallstudie ist es, das theoretisch vermittelte Methodenwissen in praktische Methodenkompetenz zu überführen. Als ein weiteres Lernziel fördert der partizipativ gestaltete Planungsprozess durch gemeinsame Analyse- und Entscheidungsprozesse wichtige Softskills, wie beispielsweise die Teamarbeit.

Ausgangsbasis für den Planungsprozess ist das CAD-Modell des zu produzierenden Produktes, einem Fischertechnik Traktor. Alle zur Planung notwendigen Daten müssen die Studenten den entsprechenden Datenquellen, wie dem Arbeitsplan und dem Produktionsprogramm, entnehmen. Die Studenten sollen damit auf die betriebliche Praxis vorbereitet werden und lernen eigenständig alle zur Planung notwendigen Daten zu ermitteln. Als Werkzeug für die materialflussgerechte Gestaltung des Fabriklayouts steht eine Planungssoftware aus dem Bereich der Digitalen Fabrik zur Verfügung. Diese unterstützt die gemeinsame, integrative Planung aller Projektbeteiligten an einem 42“ großen Touchscreen. Unterstützend zur 2D-Planung des Fabriklayouts am Touchscreen visualisiert die Software die Planungsergebnisse als 3D-Umgebung im Labor.

Nach der Anordnung des Fabriklayouts erfolgt die detaillierte Gestaltung der Fließfertigung mit Hilfe eines 3P-Workshops (auch: Kartonagensimulation). Die Kartonagensimulation ist ein Werkzeug der Lean Management Philosophie und ermöglicht durch frei konfigurierbare, prototypenhafte Arbeitsplätze eine sehr pragmatische Gestaltung des Montagesystems. Mit Hilfe des 3P-Workshops werden die Studenten zunächst methodisch von einem definierten, „schlechten“ Ausgangszustand  schrittweise zu einer optimierten Lösung geführt. Dabei können eine Vielzahl in der Theorie gelehrter Prinzipien (Engpasssteuerung, Poka Yoke, Kundentaktorientierung) veranschaulicht und vertieft werden. „Die Theorie der Fabrik- und Logistikplanung wird mit dem Praktikum greifbar“, beschreibt es der Student Matthias Niksch.

Im Rahmen eines freien Optimierungsprozesses entwerfen die Studenten im Anschluss Ihre persönliche, optimale Lösung für den Montageprozess und die Gestaltung der einzelnen Arbeitsplätze. Durch den Studienhintergrund „Logistik- und Fabrikplanung“ lag in der Optimierungsphase der Fokus in diesem Semester auf der logistischen Integration des Montagesystems. Die Studenten mussten eigenständig eine Just-in-Sequence (JIS) – und eine Kanban-Anlieferung während der freien Optimierung aufbauen und zum SOP (Start of Production), am Ende des Praktikums, beweisen, dass ihre Fertigung reibungslos funktioniert.

Die Grundidee der beschriebenen Fallstudie spiegelt den Forschungsschwerpunkt des neu gegründeten Kompetenzzentrums PuLL (Produktion und Logistik Landshut) wider. Dessen Leiter, Prof. Dr. Markus Schneider, verfolgt im Rahmen einer anwendungsorientierten Forschung das Ziel, die Planungswelten Digitale Fabrik, Lean Management und MTM in einem konsistenten Planungsverfahren zu integrieren.

 
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