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Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik ist die Wissenschaft von Entwurf, Entwicklung, Anwendung, dem (ökonomischen) Betrieb und der Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationssystemen in Unternehmen in Wirtschaft und Öffentlicher Verwaltung. Anwendungen mit besonderer technischer Spezialisierung (zum Beispiel Softwareentwicklung im Automobil, siehe Studiengang „Automobilinformatik“) zählen nicht zum klassischen Arbeitsgebiet der Wirtschaftsinformatik.

Durch ihre Interdisziplinarität hat sie ihre Wurzeln in den Wirtschaftswissenschaften, insbesondere Betriebswirtschaftslehre und der Informatik. Im Rahmen unseres Studiengangs wird der Informatik jedoch ein größerer Stellenwert als der Betriebswirtschaft beigemessen, da wir der Auffassung sind, eine solide, breit angelegte informationstechnische Grundausbildung ist für die Wettbewerbsfähigkeit und Profilbildung unserer Absolventen unerlässlich.

Der Vorteil der interdisziplinären Ausbildung ist jedoch zugleich auch die Herausforderung, in unterschiedlichen Fachrichtungen gleichermaßen „fit“ zu sein. Die Wirtschaftsinformatik ist aber nicht einfach die Summe der beiden Kerngebiete Informatik und Betriebswirtschaft, sondern hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer eigenständigen Fachrichtung entwickelt.

Die Wirtschaftsinformatik ist dabei eine vergleichsweise junge Disziplin. Nach Auskunft des statistischen Bundesamts haben sich 1988 erstmals Studenten der Wirtschaftsinformatik an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Etwa ein Drittel der Studierenden studiert an einer Universität, mit zwei Dritteln der überwiegende Teil jedoch an einer Hochschule (früher: Fachhochschule) mit praxisorientierter Ausbildung.

Die Berufsaussichten für Wirtschaftsinformatiker sind hervorragend, weil sie ein zentrales Thema eines jedes Unternehmens abdecken, nämlich die Unterstützung dessen Geschäftsprozesse durch die Informationstechnologie.

Qualifikationsziele

Aufgrund ihrer Ausbildung sind unsere Wirtschaftsinformatiker vielseitig einsetzbar. Entweder direkt an der Nahtstelle zwischen Technik und Wirtschaft, oder in einem Beruf, der IT-Verständnis und kaufmännische Kenntnisse kombiniert. Aufgrund unserer Schwerpunktbildung auf dem Gebiet der Informatik sind unsere Absolventen auch bestens in der Lage, bei der Softwareentwicklung (Programmierung, Software Engineering, Projektmanagement) komplexer betriebswirtschaftlicher Anwendungssysteme eine wesentliche Rolle zu spielen.

Der Studiengang führt zum akademischen Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.).

Studienaufbau

Das Studium umfasst insgesamt 7 Semester und gliedert sich in 2 Abschnitte, den 1. und 2. Studienabschnitt. Neben der Behandlung des eigentlichen Lehrstoffs im seminaristischen Unterricht wird von Anfang an das selbständige Arbeiten am Computer und die eigenständige Behandlung komplexer Problemstellungen im Rahmen der Praktika gefördert. Übungen und Seminare vertiefen und festigen den Lehrstoff und verknüpfen ihn mit praktischen Anwendungen in der Industrie.

Erster Studienabschnitt: 1. und 2. Semester

Hier werden die Grundlagen der Wirtschaftsinformatik bzw. der Informatik, der Software-Entwicklung und der Betriebswirtschaftslehre sowie mathematische Grundlagen vermittelt. Es handelt sich unter anderem um die Fächer Grundlagen der Informatik, Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, Programmieren, Mathematik, Software Engineering, Einführung in die Betriebswirtschaft, Grundlagen der Buchführung und Englisch.

Der erste Studienabschnitt endet mit der Grundlagen- und Orientierungsprüfung. Diese besteht aus der Prüfung zu dem Modul Grundlagen der Wirtschaftsinformatik. Sie muss spätestens bis zum Ende des 2. Fachsemesters angetreten werden.

Zweiter Studienabschnitt: 3. bis 7. Semester

Das  3. und 4. Semester baut auf den 1. Studienabschnitt auf und beinhaltet die Kernfächer der Informatik und anwendungsbezogene Fachgebiete. Die Vorlesungen und Praktika umfassen unter anderem die folgenden Lehrgebiete:

Software Engineering, Datenbanken, Algorithmen und Datenstrukturen, Verteilte Systeme, Betriebssysteme, Statistik, Operations Research, Kosten- und Leistungsrechnung, Wirtschaftspolitik, Material- und Fertigungswirtschaft, Logistik, IT-Compliance und IT-Recht.

Um den Zusammenhang zwischen diesen Fächern für die Studierenden erkennbar zu machen und um die Praxisorientierung noch zu verstärken, wird  im 3. und 4. Semester ein zusammenhängendes Studienprojekt in Teams durchgeführt.

Das 5. Semester ist ein praktisches Studiensemester. Der Studierende hat Gelegenheit, sich in der freien Wirtschaft unter realen Arbeitsbedingungen mit den bis dahin gelernten Inhalten beschäftigen zu können. Das Praxisseminar bietet auch die Gelegenheit, eigene Projekte vorzustellen und  mit Kommilitonen zu diskutieren.

Das 6. Semester hat zum Ziel, dem Studierenden auf einigen Kerngebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik vertiefte Kenntnisse zu vermitteln (unter anderem Systems Engineering, Softwarearchitekturen, Internettechnologien, IT-Controlling, betriebliche Anwendungen, ERP-Systeme).

Im letzten Semester können persönliche Interessen durch Auswahl von entsprechenden Wahlpflichtfächern befriedigt werden. Die Bachelor-Arbeit bietet wiederum die Möglichkeit, innerhalb oder außerhalb der Hochschule ein eigenes IT-Projekt zu realisieren und bildet den Abschluss des Studiums.
Der akademische Grad „Bachelor of Science“ genießt wachsende Industrieakzeptanz. Für überdurchschnittliche Absolventen bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit, im Rahmen eines dreisemestrigen Master-Aufbaustudiums die berufliche Qualifikation weiter zu erhöhen.


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Updated: 19.06.2009
 
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