Wirtschaft und Hochschule gründen gemeinsame Akademie
In einer bislang einzigartigen Public-Private-Partnership gehen bbw und
das Hochschulnetzwerk „Greater Munich Area“, in der auch die
Fachhochschule Landshut Partner ist, neue Wege, um eine kontinuierliche
wirtschaftsnahe Qualifizierung von Fach- und Führungskräften
sicherzustellen.
Der Hauptgeschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V., Herbert Loebe, und die Präsidenten der fünf Bayerischen Fachhochschulen des Hochschulnetzwerkes „Greater Munich Area“, Landshut, München, Ingolstadt, Augsburg und Rosenheim, haben eine Vereinbarung zur Gründung einer gemeinsamen Akademie mit dem Namen „Bavarian Academy of Management and Technology - Bayerische Akademie für Management und Technik gGmbH unterzeichnet.
Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel, der bei der Vertragsunterzeichnung anwesend war, begrüßte die Public-Private-Partnerchaft: „Erstmals finden sich hoch kompetente Weiterbildungsträger der privaten Wirtschaft und Hochschulen zusammen. Damit wird der Weiterbildung als dritte Aufgabe der Hochschulen neben Forschung und Lehre ein vielversprechender Weg geöffnet.“ Profitieren würden hiervon nicht nur interessierte Arbeitnehmer, denen attraktive praxisnahe Lehrgänge und Studiengänge angeboten würden, sondern auch die Unternehmen: „qualifizierte Fachkräfte sind mehr gesucht denn je“ erklärt der Minister.
"Ein Ziel der Greater-Munich-Area-Hochschulen lautet, ihre Bildungsangebote im Südostbayerischen Raum stärker aufeinander abzustimmen und auszubauen“ erklärt Prof. Dr. Erwin Blum, Sprecher des GMA-Netzwerks und Präsident der FH Landshut. Die neue Partnerschaft bringe deutliche Vorteile. „Die Kompetenzen der beteiligten Partner, Bildungswerk und Hochschulen, werden gewinnbringend kombiniert und gebündelt: So können alle Beteiligten noch flexibler auf den Bedarf der Wirtschaft reagieren,“ so Blum weiter.
Ziel der neu gegründeten Akademie ist es, durch die enge Kooperation von Wirtschaft und Hochschule eine wirtschaftsnahe wissenschaftliche Qualifizierung von Fach- und Führungskräften zu ermöglichen und dem Fachkräftemangel durch eine lückenlose berufliche Weiterbildung entgegenzuwirken. Vorwiegend im technischen Sektor besteht schon heute ein großer Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Bis zum Jahr 2050 wird das Angebot an Fach- und Führungskräften sogar um fast ein Viertel geringer sein als heute. Dieser Mangel behindert eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung und lässt sich künftig nicht allein durch ein Hochschul-Erststudium beheben. Ein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg ist nur dann zu realisieren, wenn sich Beschäftigte während ihrer Berufstätigkeit kontinuierlich berufsrelevante Kompetenzen aneignen können. Das gilt insbesondere für technische Wirtschaftszweige, die von kurzlebigen Produktzyklen und stetigen Innovationen geprägt sind.
Besonderheit und absolutes Novum der institutionellen Zusammenarbeit
von Wirtschaft und Hochschule ist die gemeinsame Entwicklung der
Angebote. In so genannten Entwicklungstandems arbeiten Experten der
bbw-Gruppe, der beteiligten Fachhochschulen und Unternehmen bei der
Ausarbeitung der Lehrgangsinhalte Hand in Hand. „So haben wir die
Gewähr, uns sehr eng an den direkten Bedarf der Unternehmen
anzulehnen“, so der Hauptgeschäftsführer des bbw, Herbert Loebe.
Sowohl inhaltliche als auch methodische Fragen werden im direkten Austausch be-sprochen und die Ergebnisse in sehr praxisnahe und qualitativ hochwertige Curricula umgesetzt“, erläutert Prof. Dr. Eckart Severing, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH, Berater und Moderator des Kooperationsprojekts. „Über den direkten Austausch sind wir in der Lage, die Kompetenzen beider Partner zu verschränken, hochwertige Angebote zu entwickeln und gemeinsam zu vermarkten.
Kernpunkt der Weiterbildung ist die Abkehr von punktuellen Angeboten hin zu integrierten Bildungskonzepten. Es ist beabsichtigt, neben weiterbildenden Studiengängen auch kürzere Zertifikatskurse anzubieten. Die ersten Angebote sind bereits entwickelt. Dabei handelt es sich um drei Zertifikatsangebote 'Sales Manager (Technics)', 'IT-Sicherheit' sowie 'Management von sozialwirtschaftlichen Organisationen'. Zudem ist ein weiterbildender Masterstudiengang 'IT-Management und -Consulting' in Vorbereitung. Ihren Betrieb wird die Akademie voraussichtlich bereits im Herbst dieses Jahres aufnehmen.
Weitere Informationen unter: www.bbwbfz-seminare.de
