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Klimaerwärmung - jeder kann etwas tun

Prof. Dr. Dollinger bei seinem Vortrag zur KlimaerwärmungDas unsere Umwelt sich verändert, kam besonderes durch den lauen Winter wieder ins Gespräch. Doch wie viel Einfluss hat der Mensch wirklich durch seinen wachsenden Hunger nach Energie und wie können mögliche Folgen dieses Wachstums im wahrsten Sinne des Wortes „eingedämmt“ werden? Diesen und anderen Fragen ging Prof. Dr. Josef Dollinger in seinem Vortrag zum Thema „Energie und Umwelt“ nach, den er begleitend zur Klimaausstellung an der FH Landshut im Rahmen der HSG-Plattform hielt.

Vor allem im letzten Jahrhundert sei der Mensch bis in die 50er Jahre hinein recht sorglos mit der Abgasproduktion umgegangen. „Das Wirtschaftswunder war da und die Schornsteine rauchten endlich wieder,“ wie Prof. Dollinger formulierte. Doch die vielen Energieträger hinterließen mangels Rußfilter eine Menge Rückstände in der Atmosphäre. Diese Rußpartikel in der Atmosphäre reflektieren aber die Sonnenstrahlung, die von der Erde zurückgespiegelt auf die Atmosphäre auftritt, so dringt durch diesen künstlichen Filter weniger Infrarotstrahlung ins All. „Dadurch tritt ein konträrer Effekt auf. Einerseits kühlt sich die Erde durch das Global Dimming, die Reflektion der Sonnenstrahlung, ab. Auf der anderen Seite sorgen die verringerte Infrarotabstrahlung ins Weltall und Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan oder H-FKW's für eine Aufheizung der Atmosphäre“, erklärte Prof. Dollinger.

Nun könnte man meinen, so ein neues Gleichgewicht geschaffen zu haben. Doch durch den stetigen Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs und den damit verbunden Treibhausgasen überwiege die Erwärmung. Durch Maßnahmen gegen das Global Dimming, wie zum Beispiel den Einsatz von Rußfiltern seit den 80er Jahren, erhöhe sich die globale Erwärmung noch, da so mehr Sonnenstrahlung auf die Erde treffe. Durch anschauliche Grafiken zeigte Prof. Dollinger den Zusammenhang zwischen der Industrialisierung seit dem 18. Jahrhundert und der steigenden CO2-Konzentration.
Die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung sind hinreichend bekannt: Seltenere und dafür um so stärkere Niederschläge durch mehr Wasserdampf, heftige Stürme und das weitere Abschmelzen der Gletscher mit einem steigenden Mehresspiegel zur Folge.

Eine dauerhafte Erwärmung der Weltmeere hätte eine fatale Folge für den Golfstrom und damit für die europäische Bevölkerung. Der Golfstrom funktioniert wie eine Pumpe, wenn das Wasser aber zu warm werde, kann es nicht mehr absinken und zirkulieren - die Pumpe funktioniert nicht mehr. „Es geht nicht darum die Natur zu schützen. Die Natur hat in Millionen von Jahren bewiesen das Sie sich von allen möglichen Schlägen erholen kann. Es geht darum, unseren menschlichen Lebensraum zu schützen. Wir zerstören nicht die Natur sondern uns selber“, machte Dollinger eindrucksvoll deutlich.

Doch was tun? Ist alles schon zu spät? Liegt nicht einzig und allein die Verantwortung bei den Industrieriesen wie Europa, USA, Indien oder China? Wohl nicht ausschließlich, denn am weltweiten Energieverbrauch haben die privaten Haushalte einen Anteil von 30 % und der Verkehr 28 %. Jeder könne entscheiden, welche Partei er wählt und welche Stromerzeuger ihn versorgen. Es gilt nicht auf Lösungen zu warten und alles auf die „Großen“ abzuschieben. Gerade für Hausbesitzer lohnen sich beispielsweise die vom Staat geschaffenen Fördermodelle für Solaranlagen. Jeder kann mithelfen, seinen persönlichen Energieverbrauch zu senken und die vorhandenen Energieträger effizient zu nutzen. „Jeder kann etwas tun“ ist die scheinbar banale Erkenntnis aus diesem Vortrag.

Beitrag: Florian Schurz 

Updated: 31.10.2007
 
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