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Lieferwagen ist nicht gleich Lieferwagen

MB-Studenten des Schwerpunkt Fahrzeugtechnik bei Ford Mundigl.Rein äußerlich ähneln sich viele Lieferwagen-Modelle. Doch je nach Fahrzeugkonzept – Motor vorne oder hinten, Heck-/Frontantrieb – sind die Unterschiede beträchtlich. Details der verschiedenen Liefertransporter untersuchten Maschinenbaustudenten der Fachhochschule Landshut im Schwerpunkt Fahrzeugtechnik bei einer Exkursion zum Autohaus Mundigl in Landshut.

Organisiert von Prof. Jürgen Zimmer hatte es Verkaufsleiter Christian Maier ermöglicht, dass die etwa 20 Studierenden im 6. Semester verschiedene Modelle von Ford-Liefertransportern genau in Augenschein nehmen konnten. Die Exkursion fand innerhalb des Schwerpunktfaches „Nutzfahrzeuge“ statt, in der hauptsächlich Untersuchungen über große Lastkraftwagen, Anhänger, Lkw-Züge und Busse auf dem Programm stehen.

Dieser Schwerpunkt an der Fachhochschule Landshut - mit Vorlesung und praktischen Übungen - „stellt eine Besonderheit innerhalb der akademischen Ausbildung von  Fahrzeugtechnikern dar“, erklärt Prof. Zimmer, Leiter des Schwerpunkts und des FH-Fahrzeuglabors. „Gerade dieses Thema bietet unseren Studierenden wegen des steigenden Industrie-Bedarfs für Schnelltransporter und Lieferwagen bezüglich Fahrwerkskomponenten, Karosserie, Innenausstattung wichtiges praxisorientiertes Wissen, das beim erfolgreichen Berufseinstieg helfen kann“ ergänzt Prof. Zimmer.

Verkaufsleiter Chrisitian Maier erklärte Besonderheiten der Fahrzeuge.Fällt von Außen betrachtet oft nur die unterschiedliche Ausstattung und Höhe der Fahrzeuge auf, lässt dies aber noch keinen Rückschluss auf das tatsächliche Ladevolumen der Lieferkraftwagen zu. Denn während bei Frontantrieb der gesamte Lieferraum schon ab etwa Kniehöhe für die Transportaufgabe genutzt werden kann, ist beim Heckantrieb (Motor ebenfalls vorne) Platz für die Antriebskomponenten wie die Kardanwelle mit der angetriebenen Hinterachse vorzusehen. In der Fahrzeugtechnik wird dieses Antriebskonzept als Standardbauweise bezeichnet. Der Einstieg und die Ladefläche liegen höher, die nutzbare Fläche fällt geringer aus. Besonders ein im Heck untergebrachter Motor geht auf Kosten des Ladevolumens. Zusätzlich ist keine glatte, ebene Ladefläche möglich, die Bodenfläche ist zerklüftet, da der Motorraum ausgespart ist.

Die unterschiedlichen Antriebskonzepte haben Einfluss auf viele Eigenschaften wie auch das Fahrverhalten der Fahrzeuge. So zeigt z.B. ein Frontantrieb stets ein spurstabiles Fahrverhalten, der Heckmotorantrieb, der die Antriebskräfte hinter dem Fahrzeugsschwerpunkt erzeugt, reagiert auf störende Einflüsse wie Seitenwind und Hangabtrieb (schräge Fahrbahn) mit einem zu korrigierenden Geradeauslauf. Dafür bietet der Heckantrieb bei beladenem Zustand den Vorteil, dass das Gewicht über der Antriebsachse liegt, Folge ist eine bessere Traktion, z.B. im Winter bei Schnee.

Die Studenten nahmen die Fahrzeuge genau unter die LupeFür die Studenten der FH Landshut eignete sich der Ford Transit besonders als Untersuchungsobjekt, weil es ein Nutzfahrzeug ist, das sowohl mit Front- als auch mit Heck- und Allradantrieb angeboten wird. Zusätzlich konnten Vergleiche zum FH-eigenen T2 VW-Bus gezogen werden, der noch mit einem Heckmotor ausgestattet ist. „Hier konnten wir die unterschiedlichen Antriebsweisen mit ihren vielfältigen Auswirkungen auf die Konstruktion der Fahrzeuge nach der Vorlesung auch in der Praxis in Augenschein nehmen,“ fasst ein Teilnehmer die Veranstaltung zusammen, nachdem er unter einem Transporter liegend die Rahmenkonstruktion in Augenschein genommen hatte.

Updated: 31.10.2007
 
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