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Studenten üben Führungsqualitäten im Wald

Führungskompetenzen übten die Studenten bei einem Outdoor-Seminar im Wald. Wieso krabbelt ein Student mit sieben weiteren im Schlepptau über den Waldboden? Er versucht sich und sein Team ohne Stolpern über 120 Meter zu führen, wenn alle verbundene Augen haben. Der angehende Wirtschaftsingenieur Stefan Westermeier zeigte dieses engagierte Führungsverhalten im Rahmen des Allgemeinen Wahlpflichtfaches „Entwicklung von Führungskompetenzen“ an der Fachhochschule Landshut. „Führungskompetenz kann man nicht aus der Theorie, sondern nur aus Erfahrungen lernen“, erklärt Dozenten Heiko Zimmermann, Prokurist bei Kühne und Nagel sowie Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Landshut. Dafür hatte er zusammen mit Tobias Hampf, einem Berufssoldaten, für die Studenten acht verschiedene Stationen vorbereitet, in denen sie Führungsqualitäten trainieren konnten.

Im Vorfeld wurde in drei Vorlesungsblöcken die theoretische Basis zum Thema „Führung“ geschaffen. Dabei wurden Aspekte wie Motivation von Mitarbeitern, Zielsetzung und der Einfluss von unterschiedlichen Wertvorstellungen ausführlich diskutiert. Für den praktischen Teil der Vorlesung ging es dann zwei Tage raus in die Natur. Dort erwarteten die 16 Studenten und zwei Studentinnen der Fakultät Elektrotechnik/Wirtschaftsingenieurwesen Aufgabenstellungen, an denen sie sich selbst austesten können. „Das ist eure Spielwiese, hier könnt ihr euer Verhalten ausprobieren und beobachten,“ war der Leitsatz von Zimmermann.

In zwei Teams aufgeteilt wurde für jede Station ein Team-Führer und ein Beobachter bestimmt. Die Aufgabe des Beobachters war es, ein Auge auf das Verhalten der Gruppe und des Führers zu werfen, ohne am Geschehen beteiligt zu sein. Der Führer erhielt die eigentliche Aufgabe, die er mit seinem Team umzusetzen hatte.

So musste sich Christian Beer z. B. überlegen, wie man am besten aus drei Seilen und ein paar Holzstäben eine Hängebrücke baut und wie sein Team die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit erfüllen kann. Schwierig war es auch, wenn der Führer an zwei Orten gleichzeitig sein sollte. So z. B. wenn ein Teil des Teams eine Präsentation vorbereiten und eine andere Gruppe gleichzeitig den geeigneten Ort im Wald dafür finden sollte.

War das Ziel erreicht, wurde der Verlauf der Station mit dem jeweiligen Betreuer besprochen und reflektiert. Dabei kamen alle Beteiligten zu Wort und konnten Kritik wie auch Lob äußern, was von den Teilnehmern auch rege wahrgenommen wurde. Sie diskutierten auf konstruktive Weise Probleme wie den Umgang mit einem informellen Führer oder blindem Aktionismus.

Der Spaß kam bei den Übungen genauso wenig zu kurz, wie die Entwicklung von sozialen Kompetenzen: „Wir konnten aus dem eigenen Verhalten und dem der anderen viel über richtiges Verhalten als Leiter einer Gruppe lernen, unser Team arbeitete super zusammen,“ fasst Teilnehmer Robert Dorner seine sehr positiven Eindrücke zusammen. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist geplant.

Updated: 31.10.2007
 
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