Zusammenarbeit mit TI ermöglicht DSP-Workshop
Die Hochschule Landshut hat sich den hohen Anwendungsbezug der Lehre als klares Ziel gesteckt. Der langjährige gute Kontakt zum Industriepartner Texas Instruments (TI) ermöglichte jetzt zehn Studenten der Fakultät Elektrotechnik/Wirtschaftsingenieurwesen einen dreitägigen Workshop zum Thema Digitale Signalprozessoren (DSP), den Mitarbeiter von TI an der Hochschule hielten.
Organisiert von Prof. Dr. Jürgen Schröter leiteten die beiden Diplomingenieure Richard Oed und Lars Lotzenburger (beide Texas Instruments) den Workshop. Die Teilnehmer wurden mit der Wirkungsweise und dem Einsatz des Signalprozessors TMS320C600 von Texas Instruments vertraut gemacht. Dieser Prozessor gehört zu den modernsten und leistungsfähigsten DSPs, die zur Zeit verfügbar sind.
„Die Anwendungsbereiche von integrierten DSPs nehmen ständig zu“ erklärt Professor Schröter, „sie haben in der digitalen Signalverarbeitung zu einer Vielzahl von hochkomplexen und innovativen Anwendungen geführt und bieten auch in Zukunft ein enormes Wachstumspotenzial“, erklärt er die hohe Zukunftsrelevanz des Themas DSPs.
Die Haupteinsatzgebiete der DSPs liegen z. B. in der Telekommunikation derzeit bei der Sprachsignalcodierung im Mobilfunk (GSM, UMTS) und bei der schnellen Datenübertragung über Telefonleitungen (ADSL, VDSL). Auch beim Telefonieren mit dem Handy werden DSPs verwendet: Nach der Umwandlung von akustischer Sprache in digitale Signale werden diese Signale vom DSP weiterverarbeitet, bevor sie an den Gesprächspartner übertragen werden können.
Aber auch für die Signalverarbeitung bei den immer schneller werdenden Festplatten werden leistungsfähige DSPs benötigt. Im Bereich der Multimediaanwendungen werden als Softwarelösungen DSP-Applikationen (z. B. bei Modems, MP3-Encodern/Decodern für Audio usw.) verwendet. In vielen Fällen werden kostengünstige Single-Chip-Lösungen für die Echtzeitverarbeitung angestrebt, die mit normalen Mikroprozessoren nicht möglich sind.
Im für die Studenten angebotenen 3-Tage-Kurs wurden zunächst die Architektur (Harvard) und der interne Aufbau des TMS320C600 erläutert und anschließend der Umgang mit der integrierten Entwicklungsumgebung einstudiert. Die Studierenden schrieben ihre ersten kleinen DSP-Programme. Sie entwickelten einen digitalen Filter, der im Audiobereich unerwünschte Nebengeräusche des Signals herausfiltert.
Nach Entwurf von Filtern sowie Einsatz von DSP-Werkzeugen wurden von den Referenten noch ausgewählte DSP-Anwendungen erläutert. Bei der Entwicklung komplexer Systeme mit DSPs müssen externe Bauelement eingebunden werden. Bei jedem Schulungsabschnitt wurden den Studierenden zunächst die theoretischen Grundlagen vermittelt, die sie dann in praxisrelevanten Aufgabenstellungen am PC umsetzten: anwendugsbezogenes Wissen, das den Studenten zusätzliche Kompetenzen für den Berufseinstieg vermittelte.
