Home > Zentrale Einrichtungen > Pressestelle > Archiv > News > ss08

Projektwerkstatt fördert Lern-, Lebens- und Kunstraum Hochschule

Projekt Shadow on the wallIm Rahmen des Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit“ der Hochschule Landshut  wurde erstmals eine Projektwerkstatt durchgeführt, in der sich Studenten kreativ, aber auch kritisch mit ihrer Hochschule als Lernraum, Lebensraum und Kunstraum auseinander setzten. In der Werkstatt unter Leitung von Dagmar Pachtner, freischaffende Künstlerin aus Landshut und Lehrbeauftragte, entstanden drei Kunstprojekte, die an der Hochschule auch temporär realisiert wurden.

Die Grundfragen der Studenten waren, wie sich Raum und Raumgestalt und qualitätvolles Lernen und Leben gegenseitig beeinflussen können und wie sie den Lern- und Lebensraum aktiv mitgestalten können, um sich noch besser mit ihrer Hochschule identifizieren zu können. Das Hauptaugenmerk lag auf dem sog. „BS-Gebäude“, in dem die Fakultäten Soziale Arbeit und Betriebswirtschaft beheimatet sind und in dem die Hochschule ihre Wurzeln hat. Die Studentinnen führten eine genaue Analyse der Räume durch, sie schärften ihre optischen und räumlichen Eindrücke durch eigene Fotografien und die Auswertung von Grundrissen der Gebäude und Räume.

Denken ohne Grenzen 

Frei nach dem Motto „Denken ohne Grenzen“ sammelten die zwölf Studenten nach der Analyse Ideen und präsentierten sie in der Gruppe. Schnell wurde jedoch klar, dass Kunst im öffentlichen Raum dem ambivalenten Verhältnis von Organisation, Struktur und Vernunft versus kreative Prozesse unterworfen ist und natürlich den Hochschulalltag nicht beeinträchtigen darf. Schließlich wurden nach der Planungsphase drei realisierbare Projekte in Angriff genommen.

Proekt Die Verbesserung der Atmosphäre im Eingangsbereich des Gebäudes hatte sich das Projekt „Lounge & Learn“ zum Ziel gesetzt. Eine Koppelung zwischen Entspannen und Lernen in diesem Begegnungsraum sollte hergestellt werden. Dafür wurden die weißen Tische und Stühle mit grünen und blauen Folie bzw. mit dem Logo des Projekts beklebt und auf dem Boden wurde eine Abgrenzung des Bereichs durch bunte Klebefolie vorgenommen. Die positive Resonanz der Kommilitonen während des zeitlich befristeten Projekts führte dazu, dass diese Farben bei den nächsten Umgestaltungsvorhaben verwendet werden sollen.

Drei Projekte umgesetzt 

Im Projekt „Shadow on the wall“ wurden drei Lichtquellen in einem langen Flur installiert. Durch die Schattenspiele eines jeden Menschen, der den Gang durchschritt,  wurde der Betrachter Teil des Kunstwerkes. Die farbigen Lichtkegel, die an die Wände projiziert werden, erhellen einerseits den Gang insgesamt, setzen andererseits aber auch punktuelle Akzente, die die Attraktivität erhöhte.

Eine symbolische Anbindung des BS-Gebäudes, in dem die Hochschule ihre Wurzeln hat, an den übrigen Campus beabsichtigte das Projekt „Recht hat jeder“. Gleichzeitig soll es einen farbigen und freundlichen Akzent auf dem Vorplatz setzen. Optisch schaffen zwei gespannte Seile, bestückt mit bunten, bedruckten Fahnen eine lebendige Verbindung der Fakultäten und ihrer Gebäude. Auf die Fahnen wurden Kürzel deutscher Gesetze aufgetragen. Hintergrund für diese Idee ist die Tatsache, dass Studierende in jedem Studiengang in irgendeiner Form mit Gesetzen in Berührung kommen (z.B. Unfallschutz, Datenschutz, Grundgesetz, Sozialgesetz). Das Motto des Projekts „Recht hat jeder“ steht für die Gleichstellung aller Studenten, Fakultäten, aber auch aller Bürger.

Am Ende der Projektwerkstatt war sich die Gruppe in einem Punkt einig: Eine gute Idee – so genial und kreativ sie auch ist – benötigt bis zu ihrer Verwirklichung eine Menge Organisation, Vorlaufzeit, Verhandlungsgespräche und Planung – Rückschläge inbegriffen. Hier liegt ein wichtiger Verknüpfungspunkt mit der Sozialen Arbeit: Egal, ob ein Projekt mit Jugendlichen in der Schulsozialarbeit oder in der Offenen Jugendarbeit umgesetzt wird, überall gilt, sich bei der Umsetzung von Projekten nicht entmutigen zu lassen.

Updated: 12.01.2009
 
.