BMW X5 als Basis für ein spannendes Hochschul-Projekt
Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt Prof. Dr. Franz Prexler mit einem Team aus Maschinenbau-Studenten der Hochschule Landshut: In einem Konstruktions-Projekt wurde das Konzept eines Hybridantriebs für ein Allradfahrzeug im Premiumsegment entworfen, bei dem der Antrieb nur über zwei Elektromotoren erfolgt. Und dieses Konzept wird jetzt in die Praxis umgesetzt. Ermöglicht wird es durch das BMW Werk Landshut, das der Hochschule und der Projektgruppe einen BMW X5 zur Verfügung stellt.
Bei der Übergabe des BMW X5 bedankte sich Hochschul-Präsident Prof. Dr. Erwin Blum für die unbürokratische Unterstützung durch die BMW Group. Das Unternehmen habe sich wieder einmal „als wertvoller Partner der Hochschule“ gezeigt: „Nur durch die enge Beziehung zwischen Hochschule und Wirtschaft kann der hohe Praxisbezug im Studium an der Hochschule Landshut garantiert werden“, sagte Blum. Auch Josef Westermaier, Leiter des BMW Standorts Landshut, betonte, wie wichtig es sei, dass Unternehmen und Wissenschaft Hand in Hand arbeiten - sowohl auf dem Feld technischer Innovationen als auch bei der Ausbildung von berufsfähigen Absolventen.
Zusätzlich zum Fahrzeug unterstützt das BMW Werk Landshut das Projekt mittels drei Getriebegehäusen. Die von den Studenten konstruierten Teile wurden im Sandguss-Technikum der Landshuter Leichtmetallgießerei gegossen. Dr. Emmerich Weissenbek, Projektleiter für Dieselgusskomponenten und zugleich Lehrbeauftragter an der Hochschule Landshut, überreichte die Gussteile.
Mit Hybrid-Fahrzeug ökologische Mobilität gewährleisten
Mit dem Konzeptfahrzeug will das Projektteam belegen, dass das Antriebskonzept eines seriell arbeitenden Voll-Hybrid-Fahrzeuges, das nur durch zwei Elektromotoren angetrieben wird und einen Dieselmotor zur Stromgewinnung einsetzt, bestens geeignet ist, ökologische Mobilität zu gewährleisten. Dies sei im Vergleich zur derzeit konventionellen Antriebstechnik praktisch ohne nennenswerte Abstriche bei Sicherheit, Komfort und Fahrfreude möglich, erklärte Prexler.
Für die beteiligten Studenten stellt das Projekt eine wertvolle Erfahrung dar: Die zukünftigen Ingenieure können ihr theoretisches Wissen unmittelbar und praktisch umsetzen und dabei zusätzlich Erfahrungen im Projektmanagement sammeln. „Der Weg von einer Idee über das Konzept bis zum tatsächlich umgesetzten Produkt ist lang und steinig, insbesondere bei einem technisch anspruchsvollen und komplexen System“, erklärte Prexler. Dabei lautet die Projektaufgabe nicht nur, ein Konzeptfahrzeug aufzubauen: Sowohl die Beschaffung der erforderlichen (Fertig)-Komponenten als auch die Vorbereitung und Begleitung der Fertigung von selbst konstruierten Lohn- und Eigenfertigteilen muss erledigt werden.
Projektübersicht
Das Projekt gliedert sich in drei wesentliche Phasen: In der ersten Phase des Projektes wurde im Wintersemester 2007/08 das Konzept erstellt sowie die Auslegung und Konstruktion des neuen Antriebssystems erarbeitet. Das Ziel in diesem Sommersemester in der zweiten Phase lautet, den neuen Antrieb zu fertigen und ihn in dem zur Verfügung gestellten X5 zu montieren. Dabei verwenden die Studenten zwei wassergekühlte Elektromotoren mit je 100 Kilowatt Leistung, die jeweils von einem hocheffizient arbeitenden, auf diesen Motortyp abgestimmten Umrichter geregelt werden. Der Antrieb erfolgt über zwei im Projekt von den Studenten entworfenen einstufigen Planetengetrieben mit integriertem Planetendifferentialgetriebe in so genannter Transaxlebauweise. Der Tank-to-Wheel-Wirkungsgrad beträgt so mehr als 70 Prozent - im Vergleich zu den üblichen 20% beim Verbrennungsmotor.
Zur Umsetzung des Projektes wird der im Basisfahrzeug verbaute, gesamte konventionelle Allrad-Antriebsstrang ausgebaut und durch neue Komponenten ersetzt. Ausgetauscht werden neben Verbrennungsmotor und Getriebe auch die Kardanwelle, die Differentiale und das Allradausgleichsgetriebe. Im kommenden Wintersemester steht die Optimierung der Einzelkomponenten und deren Zusammenwirken sowie die experimentelle Bestimmung von Leistungs- und Verbrauchsdaten auf dem Allrad-Rollenprüfstand der Hochschule auf dem Programm. In einem weiteren Schritt soll die Alltagstauglichkeit erprobt werden.
Weitere Informationen
Anlässlich des Tags der offenen Tür am kommenden Samstag am Bildungsstandort Schönbrunn stellen Prof. Prexler und sein Team das Konzept vor und präsentieren das Fahrzeug um 12.00 Uhr der Öffentlichkeit.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage.
