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Landshuter Studenten optimieren das Reisen in Bayern

Bei der Projektvorstellung: Prof. Dr. Helmuth Gesch, Vizepräsident HochschuleUnter dem Namen „BayernInfo“ betreibt das Bayerische Innenministerium zusammen mit privaten Partnern ein umfassendes Service-Portal (www.bayerninfo.de), in dem Reisen durch ganz Bayern geplant werden können. Das Besondere an der kostenlosen Verkehrsinformationsplattform: Die gewünschte Strecke kann mit dem Fahrrad und Auto ebenso wie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Flugzeug – unter Berücksichtigung von aktueller und auch prognostizierter Verkehrslage – geplant werden. Für eine Ausweitung des Systems überprüfen jetzt Studierende des Masterstudiengangs Systems Engineering an der Hochschule Landshut die Nutzerfreundlichkeit.

Interviews bei den Nutzern werden durchgeführt

In diesem Zusammenhang wird von einem Studententeam der FH Landshut ein umfangreicher „User Group Test“ hinsichtlich der Bedienerfreundlichkeit der angebotenen Dienste konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Dabei werden Nutzer des Portals befragt, ob die Navigation durch die Seiten, Inhalte oder Serviceangebote eventuell noch optimiert oder zusätzliche Features eine sinnvolle Ergänzung darstellen könnten.

Die Koordination und fachliche Betreuung dieses Projektes übernimmt die INTRASYS GmbH. Ihr Geschäftsführer Klaus Eder ist seit längerem im Auftrag des Innenministeriums mit der Plattform beschäftigt und brachte als Lehrbeauftragter im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Systems Engineering“ an der Hochschule Landshut das Projekt ins Rollen.

Basis für Weiterentwicklung von BayernInfo 

„Die Service-Plattform BayernInfo ist ein komplexes System und ihr Erfolg von der Akzeptanz bei den Nutzern abhängig,“ erklärt Eder. „Mit dem jetzigen Projekt können die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse im Projektmanagement hervorragend an einer Praxisaufgabe anwenden“, ergänzt er. Und diese Tests „bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung der Nutzerfreundlichkeit der Service-Plattform und damit einem noch besseren Service für alle, die Reisen in Bayern planen,“ erklärt Peter Pollesch, Baudirektor in der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren.

Seinen Ursprung hat BayernInfo in einem Teilprojekt von BAYERN ONLINE - einer Initiative der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen "Offensive Zukunft Bayern". Initiiert und aufgebaut in den Jahren 1995 bis 2001 übernahm die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern den Betrieb des Dienstes, ab 2006 übernahm das Konsortium VIB (Verkehrsinformationsagentur Bayern) in Form einer Public Private Partnership den Weiterbetrieb. Sukzessiv erfolgte ein Um- und Ausbau des Leistungsspektrums bis heute. Modernere Karten, genauere Informationen, bessere Prognosen und mehr Details auf nachgeordneten Straßen sowie das Einbinden von Informationen aus Nachbarregionen stehen auf dem Programm. Die Freischaltung der neuen Systeme ist für die zweite Jahreshälfte 2008 vorgesehen.

BayernInfo: völlig neuer, übergreifender Ansatz 

Dabei bildet die Verkehrsplattform BayernInfo einen völlig neuen Ansatz, der weit über den üblichen Routenplaner hinausreicht. Die Reiseplanung ist mit allen Verkehrsmitteln möglich, kann beispielsweise Abschnittsweise mit dem Auto begonnen, mit dem Zug fortgesetzt und mit dem Fahrrad abgeschlossen werden. Die stets aktuelle Verkehrslageübersicht greift dabei auf Meldungen der Polizei (Landesmeldestelle), und der Straßenbauverwaltung des Freistaats Bayern zurück, die aktuelle und geplante Baustellen meldet. Weiter werden Detektoren eingesetzt, wie man sie bei Verkehrsbeeinflussungsanlagen der Autobahnen findet, um aktuelle Staus und deren zukünftige Entwicklung (bis zu 60 Minuten) in einem Verkehrsmodell hochzurechnen. Alle Minute werden dabei je Richtungsfahrbahn die Verkehrsmengen und Geschwindigkeiten (getrennt für PKW und LKW) erfasst und ausgewertet.

Außerdem stützt man sich auf Wissen über das Verhalten von Verkehrsteilnehmern: wie viele Fahrten typischerweise von wo nach wo und zu welchen Zeiten gemacht werden (z.B. für Montag, Dienstag-Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag). Aufgrund dieses Wissens über den Tagesverlauf entsteht die so genannte "Langfristprognose". Für eine noch größere Serviceorientierung ist zusätzlich geplant auch das Wetter, Veranstaltungen, Parkinfo- und Leitsysteme, FCD "Floating Car Data" Erfassungen und Meldungen aus dem Bereich öffentlicher Verkehr in die Plattform zu integrieren. Reisende durch Bayern können dann die zeitlich schnellste Route unter Berücksichtigung all dieser Kriterien berechnen, ein sog. "dynamisches Routing". BayernInfo und das Projekt mit der Hochschule Landshut zur Optimierung der Nutzerfreundlichkeit garantiert eine optimale Planbarkeit bei Reisen in und durch Bayern.

 

Updated: 12.01.2009
 
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