„Highlanderprinzip“ funktioniert bei Betriebssystemen nicht
Unter dem Motto „IT-Experten berichten über ihre Arbeit“ lädt Prof.
Dr. Schröter Experten aus der Industrie an die Hochschule Landshut ein,
um vor Informatik-Studenten aus Ihrem Arbeit zu berichten. In diesem
Rahmen referierte Dr. Gernot Haager, Systemberater Berater bei Levi,
Ray & Shoup, Inc. (LRS, USA) über das Thema: "Warum das
Highlanderprinzip bei Betriebssystemen nicht funktioniert (oder warum
kann es nicht nur eines geben?)". Dr. Haager ging darin auf die
historische Entwicklung von Betriebssystemen ein und erläuterte anhand
von praktischen Beispielen, dass es auch in Zukunft eine Koexistenz von
mehreren Betriebssystemen geben wird.
„Warum kann es nicht nur eines geben?“ habe sich sicherlich schon mancher IT-Verantwortliche angesichts der Heterogenität der Betriebssysteme in seinem Rechenzentrum gefragt. Dabei wird ihm der altgediente Systemprogrammierer Recht geben und sich dabei an die „gute alte Zeit“ zurückerinnern, als es nur einen einzigen (großen) Server gab, häufig einen IBM-Mainframe.
Betrachte man die historische Entwicklung der Betriebssysteme, beginnend mit den 70-er Jahren, fühle man sich an einen Western erinnert. „Immer neue Konkurrenten machen dem Platzhirsch, in unserem Falle der IBM, das Revier streitig.“ In diesem „gnadenlosen“ Kampf würden viele auf der Strecke bleiben, d.h. nach einigen Jahren wieder verschwinden. Irgendwann gäbe es einen neuen „starken Mann“, der seinen Platz beansprucht, man denke an Microsoft. Einige können sich behaupten und ihre Claims abstecken, z.B. HP, SUN, Apple, Siemens, usw. Nach Einschätzung von Dr. Haager darf sich jedoch keiner zu sicher sein, „die Konkurrenz schläft nicht“ und die Masse halte immer nach einem „sympathischen Helden“ Ausschau, diese Rolle spiele im Augenblick vielleicht Linux.
Die meisten privaten PC-Nutzer würden mit Windows arbeiten, „jedoch kennen wir alle jemanden, der uns die Vorteile von MAC oder Linux erklären kann“, erklärt Haager. Bei Firmen stellt allein die Anzahl der Arbeitsplatz-PCs eine neue Herausforderung dar, d.h. „die Masse macht’s“. Das ist auch ein Grund für die Marktverbreitung von Microsoft.
Bei einem so genannten Server, der z.B. als Webserver dient oder die Benutzerverzeichnisse beherbergt, kommen noch ganz andere Anforderungen ins Spiel. Je nach Anforderung und Einsatz gibt es das eine oder andere Betriebssystem mit der dazugehörigen Software, dass diese Aufgabe besser löst als Windows. Dazu kommen der finanzielle Gesichtspunkt, aber auch die Kenntnisse der Mitarbeiter. Oft spielt aber auch eine sehr wichtige Rolle, auf welchem Betriebssystem eine Anwendung in der Vergangenheit entwickelt wurde und sie bis heute läuft. „Auch in der IT geht man auf Nummer sicher und scheut den Wechsel ohne guten Grund“ ist Haager überzeugt.
Aufgrund der Vielzahl an Anforderungen haben mehrere Betriebssysteme durchaus ihre Berechtigung, weil ein einziges nicht adäquat alles abdecken kann. Man sollte auch bei sich ständig wechselnden Anforderungen und unerwarteten Marktenwicklungen mit Prognosen über ein Betriebssystem vorsichtig sein: „Totgesagte leben länger“.
Dr. Gernot Haager ist promovierter Physiker und arbeitet als Systemberater bei der Software-Firma LRS® mit Hauptsitz in Springfield, Illinois und mehreren Niederlassungen in den USA sowie in den Hauptwirtschaftsstandorten weltweit. LRS® Output Management Lösungen unterstützen Unternehmen dabei, mit wenigen Maßnahmen eine solide Druck- und Output Architektur zu schaffen, die Komplexität zu reduzieren, Redundanzen zu vermeiden und dadurch Kosten und Risiken zu senken.
