WI-Studenten analysieren Prozessabläufe bei Kühne & Nagel
Zum dritten Mal wurde im Sommersemester die Lehrveranstaltung „Projektarbeit in der Praxis“ im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen durchgeführt. Und erneut haben die Teilnehmer mit großem Erfolg reale Projektaufgaben aus der Unternehmenspraxis gelöst.
Drei anspruchsvolle Projektaufgaben hatte das Logistikunternehmen Kühne & Nagel an seinem Standort Dingolfing im Dynamikzentrum von BMW vorgegeben: Prozessbeschreibung und Prozesskostenrechnung für den Wareneingang von PKW-Ersatzteilen, Wertstromanalyse für das Cross-Docking von PKW-Frontklappen sowie die Entwicklung und softwaretechnische Umsetzung eines Kennzahlensystems für den Betrieb der Vorverpackung von Ersatzteilen.
Die Projektarbeiten wurden durch einen Lenkungsausschuss begleitet. Ihm gehörten neben dem Leiter der Lehrveranstaltung, Prof. Dr. Markus Schmitt, mit Heiko Zimmermann (Prokurist), Roland Winklhofer (Standortleiter) und Bernd Strohmeier (Prozess- & Qualitätsingenieur) auch Führungskräfte von Kühne & Nagel an.
Projektarbeit im direkten Kontakt zu Mitarbeitern
Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, waren zahlreiche Vor-Ort-Termine für die Studenten im Betrieb in Dingolfing Unverzichtbarer Bestandteil. In direkter Zusammenarbeit mit den Werkern, Schicht- und Betriebsleitern wurden die erforderlichen Grundlagen für die Lösung der Projektaufgaben erarbeitet und damit den Teilnehmern tiefe Einblicke in Organisation und Ablauf im Unternehmen gewährt gewährt.
"Die Landshuter Studierenden konnten Instrumente und Methoden in der Praxis einsetzen, die zum Ausbildungsumfang des Studiengangs und zur Berufspraxis der Wirtschaftsingenieure gehören: Prozessdokumentation, -analyse und –optimierung, Zeitstudien für betriebliche Abläufe, die Ermittlung von Wertzuwachskurven, Prozesskostenrechung und die Programmierung von Datenbanken," erläutert Prof. Dr. Schmitt.
Die Projektarbeiten erstreckten sich über insgesamt drei Monate. An zwei Lenkungsausschuss-Sitzungen wurden die Projektergebnisse von den Projektteams professionell präsentiert. Alle drei Teams konnten voll überzeugen. Dies bestätigte Heiko Zimmermann von Kühne & Nagel nach der Abschlusspräsentation: „Sie haben uns auf mehrere Verbesserungsmöglichkeiten hingewiesen und auch die konkreten Lösungsansätze dazu geliefert. Zum Beispiel wird das Datenbank gestützte Kennzahlensystem ein wichtiges Steuerungsinstrument bei uns werden.“
Neues pädagogisches Konzept
Mit der diesjährigen Lehrveranstaltung wurde – über die erfreulichen Projektergebnisse hinaus – auch ein anderer Erfolg erzielt. Denn in der Zusammenarbeit mit Kühne & Nagel wurde erstmals ein neues pädagogisches Konzept umgesetzt: die voll integrierte „Ausbildungskette“. Diese sieht vor, dass alle Beteiligten in unterschiedlichen Rollen voneinander lernen und dabei wertvolle Qualifikationen erwerben oder Vorteile haben.
So wurden die Projektteams unterstützt von einem Teilnehmer aus dem Vorjahr, der seitdem bei Kühne & Nagel als Werkstudent tätig ist. Das zweite Glied in der Ausbildungskette ist der Prozess- und Qualitätsingenieur, der vor einem Jahr selbst Absolvent des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Landshut war. Er präzisierte im Vorfeld die Projektziele so, dass auch sein Unternehmen von der Lehrveranstaltung profitieren konnte. Darüber hinaus agierte er als Coach der Teams, wenn es um die Auswahl von Methoden oder um die Abgrenzung der Projektumfänge ging. In besonders wichtigen Momenten der Projektarbeit involvierten sich der Standortleiter oder Heiko Zimmermann selbst.
Da diese Art der Lehrveranstaltung weiter ausgebaut werden soll, bemüht sich die Fakultät Elektrotechnik / Wirtschaftsingenieurwesen derzeit um weitere Kooperationspartner – immer mit dem Ziel des beiderseitigen Nutzens.
