Minister Dr. Heubisch überzeugt von Stärken der Hochschule
Bei einem Besuch an der Hochschule Landshut zeigte sich Wissenschaftsminister Heubisch angetan: Die Hochschule werde nach „unternehmerischen Gesichtspunkten geführt“ und man erlebe eine absolut nachvollziehbare Nähe zur Praxis. „Die Stärken einer Hochschule für angewandte Wissenschaften funktionieren hier ausgezeichnet, “ wie er betonte. Bei seinem Besuch sprach Minister Dr. Heubisch mit der Hochschulleitung, verschaffte sich aber auch im Gespräch mit Studierenden und bei einem Rundgang mit Besuch in zahlreichen Laboren einen intensiven Eindruck.
Hoher Praxisbezug und gute Kontakte zur Wirtschaft
Dabei zeigte sich Minister Dr. Heubisch beispielsweise beeindruckt vom Projekt "BMW X5" in der Fakultät Maschinenbau, in dem ein studentisches Team um Prof. Dr. Prexler im Fahrzeuglabor den ursprünglichen Antrieb durch ein stromgetriebenes Aggregat ersetzt. Dieses und weitere Projekte und Labore zeigen für Dr. Heubisch "deutlich den hohen Praxisgehalt der Lehre sowie die guten Kontakte zur Industrie". Dies sei auch den Studierenden bewusst, im Gespräch hätten Studentensprecher die hohe Qualität der Hochschule bestätigt.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Erwin Blum freute sich über die positive Einschätzung des Ministers und bestätigte, dass es seit langem das Anliegene der Hochschule sei, eine hohe Qualität in der Lehre und einen hohen Praxisbezug zu bieten sowie ein eigeneständiges Profil zu entwickeln. Dies sei beispielsweise in Bereichen wie dem Leichtbau oder im Bereich der Sozialen Arbeit beim Thema Kinder- und Jugendliche gelungen, zusätzlich habe man bei den neu eingeführten Studiengängen ein großes Augenmerk auf den Automobilsektor gelegt. Man habe damit auf Nachfrage aus der Wirtschaft reagiert, und in Niederbayern sei dieser Sektor von besonders großer Bedeutung. Dass Unternehmen auf die Hochschule zukommen, sei ein Zeichen, dass die wissenschaftliche Einrichtung in der Region und weiter darüber hinaus hoch anerkannt sei.
1,48 Mio. Euro aus dem Konjunkturpakt II schnell investieren
Dr. Heubisch wies darauf hin, dass die Hochschule in den Genuss von Mitteln aus dem Konjunkturpakt II komme und wünscht sich, dass man schnell daran gehe, diese im Sinne der Hochschule zu verwenden, um so die Konjunktur anzukurbeln. Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften würden 50 von insgesamt 283 Mio. Euro im Bereich der Forschung und Hochschulen erhalten. Für die von der Regierung zugesagten Mittel in Höhe von 1,48 Mio Euro für Landshut bedankte sich Prof. Dr. Blum und betonte, man hätte genaue Vorstellungen, wie diese eingesetzt werden sollten. Ein großer Teil solle für den geplanten Ausbau der Hochschule, mehr als 150.000 Euro auch für die Anschaffung neuer Großgeräte verwendet werden.
In Punkto Ausbauplanung habe sich die Hochschule Landshut ehrgeizige Ziele gesetzt, wie Prof. Dr. Blum ausführte. Bis 2011 sollen jährlich 325 zusätzliche Studienanfänger aufgenommen werden. Hierzu erhalte man zusätzliche Stellen, allerdings habe man keinen räumlichen Aus- bzw. keinen Neubau genehmigt bekommen. Angedacht würden hier Containerlösungen sowie Anmietungen. Um es den zusätzlichen Studenten/innen zu ermöglichen auch in Landshut zu wohnen, sei man im Gespräch mit dem Studentenwerk und der Stadt Landshut, um zusätzliche Wohnfläche zu schaffen.
Bund soll Stipendienwesen ausbauen
Minister Dr. Heubisch nutzte den Besuch in Landshut auch für einige kritische Worte zur deutschen Bildungspolitik. So sei es dringend notwendig, das Stipendienwesen auszubauen,bisher kämen nur ca. 2% der Studierenden in den Genuss dieser Förderung. Er plädiert zusätzlich dafür, die Begabtenförderung auch auf den Weiterbildungsbereich zu beziehen.
Weiterhin sei seine Geduld beim Thema „Zentrale Vergabe von Studienplätzen (ZVS)" langsam am Ende. Hier würde stets eine Lösung versprochen aber es passiere nichts. Er plädierte für eine Bayerische Lösung zusammen mit den Hochschulen.
