Qualitätsoffensive Lehre – Hochschulpräsidenten unterzeichnen in Landshut „Plankstettener Erklärung“
Das jüngste Treffen der bayerischen Hochschulpräsidenten fand an der Hochschule Landshut statt. Neben aktuellen hochschulpolitischen Themen wie die leistungsorientierte Öffnung der Hochschulen stand eine Qualitätsoffensive im Bereich der Lehre an den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Mittelpunkt.
Bereits vor ihrem Treffen hatten die Hochschulpräsidenten die Gelegenheit genutzt, die Landshuter Hochzeit zu erleben und zeigten sich beeindruckt. Dass sie die Landshuter Gepflogenenheiten bereitwillig aufgenommen haben, zeigte sich bei der Konferenz der Hochschulpräsidenten: Die „kaiserlichen Fanfarenbläser“ gaben das Signal für die Mittagspause der Sitzung, was die Anwesenden mit einem kräftigen „Lahooo“ quittierten und die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto nutzten.
Plankstättener Erklärung unterzeichnet
Während ihrer Sitzung in Landshut unterzeichneten die Hochschulpräsidenten die sog. „Plankstettener Erklärung“, die die Qualität der Lehre in den Mittelpunkt rückt. „Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften stehen für eine praxisorientierte Lehre mit klarem Forschungsbezug, die modernen didaktischen Erkenntnissen folgt. Das Ziel, insbesondere in der Lehre höchste Qualität zu sichern, verbindet die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften“. So lautet das in der Präambel der Erklärung formulierte Ziel:
„Die Exzellenz der Lehre steht im Wettbewerb zwischen den Hochschulen zunehmend im Mittelpunkt. Wir wollen den Stellenwert der Lehre gerade in Zeiten der Erhebung von Studienbeiträgen im Interesse unserer Studierenden noch deutlicher als bisher in den Vordergrund rücken“, kommentiert der Vorsitzende der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Prof. Dr. Gunter Schweiger.
Eine wertvolle Institution, um diese Ziele umsetzen zu können, ist das Zentrum für Hochschuldidaktik der bayerischen Fachhochschulen „DiZ“ in Ingolstadt. Es bietet Hochschullehrenden vielfältige Angebote, um eine qualitativ hochwertige Lehre zu unterstützen und diese kontinuierlich didaktisch zu begleiten und zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Zentrum für Hochschuldidaktik (DiZ) in Ingolstadt und Hochschule Bayern e.V. wird in diesem Bestreben das Geschäftsmodell des DiZ auf Basis der vorliegenden Ergebnisse einer externen Evaluation weiterentwickelt, um den gemeinsamen Herausforderungen noch besser gerecht werden zu können.
Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte
Die Qualität und das Niveau der Lehre im Studium spielt auch bei der weitern Öffnung der Hochschulen für Meister und Gesellen eine wichtige Rolle. Ab dem kommenden Wintersemester wird die Zulassung zum Studium ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung für beruflich Qualifizierte erweitert: Meister/innen sowie ihnen Gleichgestellte erhalten allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, sofern ein Beratungsgespräch an der Hochschule absolviert wurde.
Darüber hinaus wird Gesellen der fachgebundene Hochschulzugang eröffnet. Dies nach einer erfolgreich abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung und anschließender mindestens dreijähriger hauptberuflicher Berufspraxis - jeweils in einem dem angestrebten Studiengang fachlich verwandten Bereich. Zusätzlich muss die Hochschule, an der ein Studium aufgenommen werden soll, die Studieneignung festgestellt haben.
Prof. Dr. Erwin Blum, Präsident der Hochschule Landshut, begrüßt diese leistungsorientierte Öffnung, sie sei aber auch „eine Herausforderung für die Hochschulen, die die Qualität ihrer Studienangebote auf höchstem Niveau halten wollen. Wir müssen die Studierfähigkeit bereits vor dem Hochschuleintritt erhöhen,“ ist er überzeugt. Nur über vorbereitende Bildungsangebote könnte man den beruflich Qualifizierten die Kenntnisse verschaffen, die sie für einen erfolgreichen Einstieg ins Studium bräuchten.
Die Studieneignung kann über ein erfolgreich absolviertes Probestudium oder über eine Hochschulzugangsprüfung festgestellt werden; für diesen Weg hat sich die Hochschule Landshut entschieden. Vor Durchführung des Prüfungsverfahrens (oder vor Aufnahme des Probestudiums) findet ein Beratungsgespräch an der Hochschule statt.
