Hybrid-Allrad-Fahrzeug BMW X5 in Rekordzeit realisiert
Nach einer rekordverdächtigen Entwicklungszeit von nur 18 Monaten rollte beim offiziellen „Roll Out“ ein an der Hochschule Landshut entwickelter elektrisch angetriebener Hybrid BMW X5 aus dem Fahrzeugtechniklabor. In Anwesenheit von rund 60 Sponsoren, Unterstützern und Mitarbeitern drehte das Fahrzeug – nach einer zeitlichen Verzögerung, verursacht durch ein Problem mit einem Sicherheitsschalter - erste Runden auf dem Parkplatz der Hochschule.
Das Projekt im innovativen Feld der E-Cars lobt Hochschulpräsident Prof. Dr. Erwin Blum als ein mustergültiges Beispiel für den hohen Praxisgehalt der Lehre und die Leistungsbereitschaft der Hochschule sowie ihrer Studenten. Er bedankte sich ebenso wie Projektleiter Prof. Dr. Franz Prexler bei allen beteiligten Hochschulangehörigen, aber auch bei allen Unterstützern aus der Wirtschaft, die das Projekt erst ermöglicht hätten.
Kooperation Hochschule - Wirtschaft von besonderer Bedeutung
MdL Erwin Huber (Vorsitzender im Landtagsausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie Vorsitzender des Kuratoriums der Hochschule Landshut) bedankt sich bei der BMW AG - die das Basisfahrzeug zur Verfügung gestellt hatte - für die langjährige Unterstützung der Hochschule. Weiterhin betonte er, „dass solche gemeinsamen Entwicklungsprojekte für klein- und mittelständische Unternehmen von besonderer Bedeutung sind, weil diese sich keine eigene Forschungsabteilung leisten können, ihre Innovationen aber von größter Bedeutung für die Wirtschaft sind". Er gratulierte zu dem erfolgreichen Projekt, „das für Hochschule und Wirtschaft eine win-win-Situation bedeutet“.
Beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der das Projekt umgesetzt wurde, zeigt sich auch Nikolai Glies (Leiter Öffentlichkeitsarbeit der BMW-Werke Dingolfing und Landshut). E-Mobilität sei auch für die BMW AG ein sehr wichtiges Thema, wie die Mini-E-Flotte beweise. Da gerade in diesem Bereich noch viele Fragen offen seien, freue er sich auf weitere Projekte mit der Hochschule Landshut.
Ökologisches Antriebskonzept mit Fahrspaß
Vor eineinhalb Jahren hatte sich ein Team um Prof. Dr. Franz Prexler (Fakultät Maschinenbau) ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: „Mit dem Konzeptfahrzeug sollte belegt werden, dass das Antriebskonzept eines seriell arbeitenden Voll-Hybrid-Fahrzeuges mit einem Zweimotorenantrieb bestens geeignet ist, ökologische Mobilität zu gewährleisten; dies im Vergleich zur derzeit konventionellen Antriebstechnik praktisch ohne nennenswerte Abstriche bei Sicherheit, Komfort und Fahrfreude,“ wie er erklärt.
In einem Konstruktionsprojekt hatte ein Studententeam das Antriebskonzept eines Ressourcen schonenden seriell arbeitenden Voll-Hybrid-Fahrzeuges erstellt, dieses wollte Prof. Dr. Prexler und sein engagiertes Team dann auch in die Praxis umsetzen. Und das auf Basis eines Allrad-Fahrzeugs im Premiumsegment, „das Spaß am Fahren macht,“ wie Prof. Prexler erklärt. Das Ausgangsfahrzeug, eines BMW X5, stellte das BMW Werk Landshut zur Verfügung, das Team konnte ans Werk gehen.
Nur gemeinsam konnte Projekt realisiert werden
Realisiert wurde das Projekt in Teamarbeit unter Einbindung der an der Hochschule vorhandenen automotive-Kompetenzen, neben der Fakultät Maschinenbau waren auch Spezialisten der Fakultäten Informatik und Elektrotechnik beteiligt. Insgesamt arbeiteten ca. 60 Studierende mit, die sich verschiedenen Aspekten des Themas teilweise auch in Abschlussarbeiten annahmen und viel Herzblut und Freizeit in das Projekt steckten.
Der komplette Antriebsstrang des Fahrzeugs wurde ausgebaut, insgesamt wurden etwa 650 kg demontiert. Passende Teile mussten möglichst kostengünstig beschafft, neu entwickelte Komponenten wie z.B. ein Getriebe für den Antrieb der Motoren, die Batterie, die Hochvoltverkabelung und vieles mehr in Zusammenarbeit mit insgesamt rund 30 Industriepartnern umgesetzt werden. Und oft betrat man technisches Neuland, dies besonders bei der elektrischen Antriebstechnik mit zwei Motoren mit je 100 KW Leistung, die mit 400 Volt gespeist werden wollen.
Dem Fahrzeug hauchte schließlich Prof. Dr. Dieter Nazareth (Fakultät Informatik) Leben ein, unter seiner Regie entstand die Software für die Motorsteuerung und Sicherheitstechnik, wofür Prof. Dr. Prexler seinem Kollegen höchste Anerkennung und Dank aussprach.
Nun ist das Team mit Berechtigung stolz auf den Erfolg, der Wagen ist fahrbereit und wurde auf dem Allrad-Prüfstand der Hochschule bereits auf 120 km/h beschleunigt; die maximale Geschwindigkeit soll bei 200 km/h liegen. Die theoretische Reichweite einer Batterieladung beträgt 100 km, durch den Dieselgenerator kann diese – bei energiesparender Fahrweise – auf bis zu 1000 km erhöht werden. Diese theoretischen Werte sollen in Praxistests überprüft werden, bei denen auch Nachjustierungen erfolgen werden und so das innovative Konzept des Fahrzeugs voll zum Tragen kommen wird.
Weitere Informationen zum finden Sie auf der Projekt-Homepage.
