Familienwegweiser für die Stadt Landshut vorgestellt
Der Familienwegweiser für die Stadt Landshut, für den Studenten/innen der Fakultät Sozialen Arbeit im letzten Jahr umfangreiche Recherchen zu Angeboten für Familien durchgeführt haben, wurde im Rahmen der Niederbayernschau der Öffentlichkeit übergeben. Er wird am Stand der FH Landshut kostenfrei an Interessierte verteilt.
Die Idee für den Wegweiser war von den Initiatorinnen des Bündnisses für Familie der Region Landshut geboren worden, weil es notwendig erschien, eine systematische Sammlung der Einrichtungen und Angebote für Familien in der Stadt Landshut zu erhalten. Umgesetzt wurde er von Studenten/innen der Fachhochschule Landshut unter Leitung von Prof. Dr. Mechthild Wolff, Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit.
Der Wegweiser enthält Informationen über soziale und kommerzielle Dienstleister zu Angeboten für Kinder, Jugendliche und Eltern, die nach den Bereichen Ämter, Bauen und Wohnen, Beratung, Unterstützung und Hilfe, Bildung und Erziehung, Einkaufen, Freizeit und Kultur, Gesundheit sowie Religion sortiert sind. Zu einzelnen Anbietern wurden neben notwendigen Kontaktdaten und der Bushaltestelle und -linie auch Kriterien für Familienfreundlichkeit (barrierefreier Zugang für Kinderwagen, Mutter-Kind-Parkplatz, Behindertenparkplatz, Spiel-, Essens- und Wickelmöglichkeit u. a.) telefonisch geprüft und mit aufgenommen.
Das 206-seitige Buch, für das Projektmitarbeiterin Birgit Flory weitere
Nachrecherchen erstellt hat, konnte Dank der finanziellen Unterstützung
der FH, der Stadt Landshut und einiger weniger Sponsoren gedruckt
werden. Von mehr als 75 Unternehmen, die Ende 2006 zwecks einen kleinen
Spende angeschrieben und danach angerufen wurden, waren lediglich drei
Unternehmen dazu bereit.
Gestaltet wurde der Familienwegweiser mit Bildern, die im Rahmen eines Malwettbewerbs von Kindern erstellt wurden. Die Studentinnen hatten dafür im Sommer 2006 einen Wettbewerb zum Thema „Euer Familienausflug in Landshut“ ausgeschrieben. Die besten eingegangenen Bilder wurden bereits im Herbst 2006 bei der Gründungstagung des Bündnisses für Familie mit gestifteten Preisen ausgezeichnet.
Die Projektstudentinnen beobachteten, dass jeder von Familienfreundlichkeit spricht, sie wichtig findet, aber wenn es dazu kommt, ernst damit zu machen, noch viele Vorbehalte bestehen. Dazu einige Beispiele: Wo erhalten beispielsweise die vielen Migrantenfamilien, die nicht gut Deutsch sprechen, Übersetzungshilfen, um die vielen Angebote in der Stadt zu überblicken und wahrnehmen zu können? Ein zukünftiger Wegweiser müsste sich dieser Herausforderung dann gleichermaßen stellen. Warum ist es bei vielen Dienstleistern und Geschäften noch nicht angekommen, dass oft Mütter mit kleinen Kindern Kundinnen sind, so dass beispielsweise Spielecken die Mütter entlasten könnten? Warum gibt es nicht mehr Mutter-Kind-Parkplätze? Gerade in der Innenstadt fanden wir sehr viele Anlaufstellen und Serviceeinrichtungen vor. Mütter, die einen Kinderwagen im Auto transportieren, haben darum weite Wege und stoßen auf viele Barrieren.
Bei dem Familien-Wegweiser handle es sich um eine Momentaufnahme, wie Projektleiterin Prof. Dr. Mechthild Wolff erklärt. Sie wünscht sich dringend eine Fortschreibung des Projekts, bei dem sich künftig auch mehr Landshuter Unternehmen beteiligen sollten. „Familienfreundlichkeit sollte mehr zum Gesprächsthema werden und jeder sollte einsehen, dass das Thema alle angeht. Nur wer über ein Problembewusstsein verfügt und den Willen zur Veränderung mitbringt, wird für Familien und Kinder lebenswerte Umwelten schaffen können. Dieser Familienwegweiser ist ein kleiner Baustein auf diesem holprigen Weg“, so Wolff.
