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30 Jahre Hochschule Landshut: Von der regionalen Fachhochschule zur profilierten Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Hochschule LandshutDie Hochschule Landshut, gegründet im Jahr 1978, feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Diesen Anlass wird sie mit einem feierlichen Festakt begehen, in dessen Rahmen Kanzler Hansgeorg Falterer offziell in den Ruhestand verabschiedet wird. Zusätzlich bietet ein Veranstaltungsprogramm die Gelegenheit Vorträge und Diskussionen mit renommierten Referenten zu besuchen. 

Von der "Außenstelle" zur eigenständigen Fachhochschule 

Die Hochschule ging aus der auf Initiative des Bezirks Niederbayern gegründeten Abteilung Landshut/Schönbrunn der Fachhochschule Weihenstephan mit dem Fachbereich Landwirtschaft hervor. Mit den später hinzugekommenen Fachbereichen Betriebswirtschaft und Sozialwesen, erlangte die Fachhochschule Landshut 1978 ihre Selbständigkeit mit dem Ziel, auch technische Hochschulausbildung in Landshut zu etablieren. Nach langwieriger Diskussion wurde der Bereich Landwirtschaft nach Weihenstephan verlegt, und die Genehmigung für technische Studiengänge schließlich erteilt. „Der Start der technischen Studiengänge 1983 war nicht ganz einfach, weil die Arbeitsmarktlage für diese Absolventen zu dieser Zeit nicht besonders gut war“, wie sich Hansgeorg Falterer, knapp 30 Jahre lang Kanzler der Hochschule Landshut, erinnert.

Technik als zusätzliche Richtung

Gerade diese technischen Studiengänge stellten die Hochschule vor große Herausforderungen: Ein Neubau mit Hörsaal- und Laborräumen und der dazugehörigen technischen Ausstattung wurden in Angriff genommen. Die Stadt stellte in der Stethaimerstraße Gebäude zur Verfügung, in denen die technischen Studiengänge Elektrotechnik und Maschinenbau ihren Betrieb aufnahmen. Trotz der Schwierigkeiten hatten diese Studiengänge von Anfang an großen Zuspruch; begannen im ersten Jahr 144 Erstsemester ihr Studium in diesem Bereich, stieg die Zahl schnell auf über 400 an.

1990 konnten die technischen Studiengänge schließlich den Neubau beziehen, 1992 wurde das neue Gebäude für Bibliothek und Mensa eingeweiht. Der Studiengang Informatik ergänzte ab 1993 das Angebot im technischen Bereich, das Ausbauziel der Hochschule wurde von ursprünglich 1.200 auf 1600 Studierende aufgestockt, tatsächlich sind derzeit rund 2850 Studierende eingeschrieben.

Hoher Qualitätsanspruch - angenehmes Umfeld 

Der scheidende Kanzler, Hansgeorg Falterer mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Erwin Blum„Besonders in den letzten Jahren war die Hochschullandschaft großen Veränderungen unterworfen: Weg von regionalen Fachhochschulen mit vergleichbarem Angebot, hin zu einer Hochschule der Angewandten Wissenschaften mit eigenständigem und unverwechselbarem Profil“, wie Prof. Dr. Erwin Blum, Präsident der Hochschule Landshut erklärt. Die fünf Fakultäten Betriebswirtschaft, Elektrotechnik/Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Maschinenbau und Soziale Arbeit bilden dabei auch heute noch das Grundgerüst, doch hat die Hochschule eine immense Entwicklung erfahren.

An der Hochschule Landshut steht seit ihrer Gründung ein hoher Anspruch an die Qualität der akademischen Bildung im Vordergrund; dies in angenehmer Atmosphäre mit persönlichem Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden, wie er nur an einer Hochschule unserer Größe möglich ist,“ ist Prof. Dr. Blum überzeugt. Die 24-Stunden-Bibliothek, die Kindertagesstätte „Kinderinsel“, ein eigenes Sprachen- und ein Kompetenzzentrum sowie ein Existenzgründerbüro sind nur einige Beispiele für besondere Angebote, die Studenten/innen in Landshut wahrnehmen können.

Erweitertes Studienangebot - international orientiert

Mittlerweile bietet die Hochschule rund  20 an den Bedürfnissen von Gesellschaft und Wirtschaft ausgerichtete Bachelor- und Master- Studiengänge, dies in Vollzeit oder berufsbegleitend. Die  Umstellung von Diplom- auf die international üblichen Bachelor- und Masterabschlüsse wurde bereits vollzogen. Die Möglichkeit von "dualen Studiengängen" (Studium und Ausbildung parallel oder mit vertiefter Praxis) wurde in allen Fachrichtungen geschaffen. Mit Leben erfüllte Partnerschaften zu renommierten Hochschulen von Cambridge/UK über Dallas und Melbourne bis hin nach Shanghai erlauben es unseren Studierenden, internationales Know-how und Erfahrungen rund um den Globus zu sammeln.

Neu angebotene Studiengänge wurden auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes und Bedürfnisse von Unternehmen und Gesellschaft ausgelegt. In letzter Zeit wurden so z.B. Studiengänge zum in der Region wichtigen Bereich „Automotive“ entwickelt, Automobilwirtschaft- und Technik (Fakultät Elektrotechnik/Wirtschaftsingenieurwesen, Nutzfahrzeug- und Fahrzeugtechnik (Fakultät Maschinenbau) sowie Automobilinformatik werden angeboten, im Bereich der Sozialen Arbeit wurde mit „Kinder- und Jugendhilfe ein neues Angebot geschaffen.

Zusätzlich zu bestehenden ermöglichen neue Masterstudiengänge Akademikern zusätzliche Kompetenzen aufzubauen; zu nennen sind hier unter anderem die Master Systems- und Projektmanagement; Informatik (Fakultät Informatik), Leichtbau und Simulation, Applied Computational Mechanics (beide Fakultät Maschinenbau), Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen (ab 2011), marktorientierte Unternehmensführung (ab 2011) und „Auditing, Finance and Taxation“ (nach § 8a WPO, voraussichtlich ab SS 2009, beide Fakultät Betriebswirtschaft). „Das Studium ist dabei wissenschaftlich fundiert , vermittelt aber auch hohes Praxiswissen . Unsere Absolventen/innen verfügen über eine hohe ´employability´, können ohne eine lange Phase der Eingewöhnung schnell ins Berufsleben einsteigen,“ wie Prof. Blum betont.

Intensiver Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft

30 Jahre Hochschule LandshutBesonders am Herzen liegt uns der stete Kontakt zur Praxis, um auf neue Herausforderungen der Gesellschaft und der Wirtschaft schnell reagieren zu können. Früh haben wir dabei den Netzwerkgedanken als Ziel erkannt und auch umgesetzt“, wie Prof. Dr. Blum ausführt. Der 2002 mit Mitteln aus der High-Tech-Offensive des Freistaates Bayerns gegründeten Leichtbau-Cluster hatte Modell-Charakter. Zusammen mit dem Cluster Mikrosystemtechnik (gegründet 2005) sind zwei Kompetenznetzwerke an der Hochschule gewachsen, die in innovativen Bereichen die so wichtige Verbindung zur Praxis verkörpern.

In zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekte zusammen mit Weltkonzernen wie BMW, Texas Instruments oder EADS aber auch mit Klein- und Mittelständischen Unternehmen sowie mit dualen Studiengängen und in einem breiten Weiterbildungsprogramm stellt die Hochschule Wissen, Know-how und Laborausstattung der Wirtschaft zur Verfügung.

Weiterer Ausbau geplant

Die Hochschule Landshut sieht sich für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet. Im Zuge der Ausbauplanung der Bayerischen Hochschulen kann die Hochschule Landshut 975 zusätzliche Studienplätze einrichten. Auch neue, seit langem benötigte Stellen wurden zugewiesen, in nächster Zeit werden neun zusätzliche Stellen besetzbar, in den nächsten Jahren ist ein weiterer Ausbau geplant. Der scheidende Kanzler Hansgeorg Falterer – er wird im Rahmen des Festaktes zum 30-järhigen Bestehen offiziell verabschiedet -  freut sich über diese Zusage,  „wir haben lange für zusätzliche Stellen gekämpft, doch der Erfolg dieser Bemühungen stellt sich leider erst jetzt ein, nach Ablauf meiner Dienstzeit.“

Diese neuen Stellen, Großteils im Bereich der Lehre angesiedelt,  werden den Studierenden der Hochschule weitere Möglichkeiten im Studium bieten. „Dabei sind uns der Verantwortung bewusst, die das kostbare Potenzial des akademischen Nachwuchses mit sich bringt und werden auch weiterhin darauf Wert legen, neben den fachlichen Qualifikationen die Interessen und sozialen Kompetenzen eines jeden Einzelnen zu fördern,“ erklärt Prof. Dr. Blum. Nur mit diesem Bewusstsein könne es auch weiterhin gelingen, die Absolventen/innen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten und dem Arbeitsmarkt in der Region und weit darüber hinaus diese wertvolle Ressource zur Verfügung zu stellen.

Veranstaltungsprogramm zum 30-jährigen Jubiläum

Die Hochschule bietet zum 30-jährigen Bestehen ein Veranstaltungsprogramm, zu dem sie alle Interessierten herzlich einlädt. Renommierte Referenten beschäftigen sich in Vorträgen mit Diskussionsmöglichkeit  (Eintritt frei) mit folgenden Themen:

Wissenschaft – Technik – Ökonomie: Was können wir verantworten?

Wissenswerk Landshut, Prof. Dr. Dietmar Mieth (Uni Tübingen)
(Kooperation von BMW Werk Landshut, HSG und Hochschule)
Mo., 17. November 2008, 19.00 Uhr, Raum ZH 012/013

Wenn Kinder arm sind – Familienarmut und ihre Folgen

Prof. Dr. Sabine Walper (LMU München)
(verantstaltet von HSG und Fakultät Soziale Arbeit)
Mo., 24. November 2008, 19.00 Uhr, Raum HS 013

Die Grenzen der Berechenbarkeit: Mathematik erleben – auch für Nichttechniker

Prof. Ludwig Griebl (Hochschule Landshut)
Mo., 1. Dezember 2008, 19.00 Uhr, Raum ZH 012/013

Anforderungen an das Automobil der Zukunft

Prof. Dr. Raymond Freymann (Leiter BMW Forschung und Technik GmbH)
Mo., 8. Dezember 2008, 19.00 Uhr, Raum ZH 012/013

Crosscultural Leadership im Projektmanagement

Dr. Jan Gert Hofstede (Wageningen University / Niederlande)
(in Zusammenarbeit mit Josef Lopez, Lehrbeauftragter, und StuV)
Mi., 17. Dezember 2008, 19.00 Uhr, Raum ZH 012/013

Weitere Infos zu diesen und weiteren Veranstaltungen an der Hochschule finden Sie unter www.fh-landshut.de/veranstaltungen .

Updated: 14.04.2009
 
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