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Landshut - Shanghai: Eine deutsch-chinesische Bildungsfreundschaft

Prof. Dr. Schönberger mit den Stipendiaten und den Vertretern der Hanns-Seidel-Stifung und der CDBH.Studententräume: abenteuerliche Reisen in ferne Länder, Kontakte zu Kommilitonen aus anderen Kulturen und – einmal selbst Prüfer sein. Dies alles durften einige Studenten der Hochschule Landshut erleben. Seit 2004 unterstützt die Hochschule Landshut im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung den Aufbau der Chinesisch-Deutschen-Berufshochschule (CDBH) in Shanghai. Die Zusammenarbeit der bayerischen Hochschule mit der CDBH eröffnet unter anderem für einige chinesische Studenten die Möglichkeit eines Studiums in Deutschland.

Nun entsandte die Hanns-Seidel-Stiftung einige ihrer Stipendiaten nach Shanghai, um unter der Leitung von Prof. Dr. Schönberger  (Hochschule Landshut) chinesische Studenten auf fachliche und persönliche Eignung für ein Studium in Landshut zu bewerten.

„So eine Möglichkeit bietet sich einem nicht alle Tage“ schwärmt Stefan Seifert, Student des Wirtschaftsingenieurwesens im 7. Semester an der Hochschule Landshut. „Neben dieser herausfordernden Tätigkeit ergibt sich für uns auch die Chance, eine fremde Kultur hautnah zu erleben und in sie einzutauchen.“

Das aufstrebende China findet in Shanghai sein Abbild. Überall wird abgerissen und höher, größer und „schöner“ wiederaufgebaut. Die Stadt besteht aus vielen hohen Gebäuden mit mindestens zwanzig Stockwerken, ein kleines freistehendes Einfamilienhaus wird dagegen als Villa bezeichnet. Man hat jedoch die Möglichkeit, Parallelen zwischen der alten Kultur und dem neuen China zu entdecken. Dazu muss man es aber schaffen, sich von einem westlich orientierten Standpunkt wegzubewegen.

Shanghai verkörpert Moderne aber genauso das traditionelle China.Das Studium ähnelt dem europäischem sehr, allerdings ist es noch etwas mehr durchgeplant, d.h. die Vorlesungen dauern meistens von früh morgens bis spät nachmittags. Das daher knappere Freizeitangebot ist stark auf den Computer fixiert: Computerspielen ist ein Massenphänomen unter den jungen Chinesen, aber auch der Sport kommt nicht ganz zu kurz.

Das war einer der Ansatzpunkte für die Prüfung. Natürlich will man wissen, wie sich die Studenten bei uns integrieren wollen, falls sie denn nach Landshut kommen dürfen. Dabei war Sport oder auch das gemeinsame Kochen im Studentenwohnheim eine sehr gute Schnittstelle. Diese Kriterien wurden natürlich nur neben dem fachlichen Können überprüft. Die auf Deutsch gestellten Prüfungsaufgaben im Bereich Mathematik, Physik und Elektrotechnik erwarten die chinesischen Studenten ja auch in einer ähnlichen Form hier in Deutschland und waren somit ein guter Maßstab. Die soziale Kompetenz der Studenten ließ sich gut in einer abschließenden Diskussion testen.

Neben der Prüfung durften die Landshuter Studenten an der CDBH auch chinesische Vorlesungen besuchen und zusammen mit der Hochschulleitung Verbesserungsvorschläge einbringen. Für interessierte Studenten hielten sie sogar Deutschunterricht ab, wobei sie sich sehr stark des Englischen bedienten, um die Kommunikation einfacher zu gestalten.

Das Zusammenspiel von chinesischen und deutschen Studenten klappte ab dem ersten Moment hervorragend und beide Kulturen konnten von einander lernen. Gleich am ersten Abend waren sie herzlich zu der Semestereröffnungsfeier am Campus eingeladen und durften mit einem eigenen Programmpunkt den Abend mitgestalten. Emailadressen wurden ausgetauscht und der ein oder andere Kontakt bleibt sicher auch in Zukunft bestehen

Updated: 14.04.2009
 
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