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Offizieller Startschuss für Cluster Mikrosystemtechnik

Intitiaoren und Befürworter beim Auftakt des Cluster-MST Eine Fachtagung bildete den offiziellen Startschuss für das neue Kompetenznetzwerk "Cluster Mikrosystemtechnik (C-MST)" an der Fachhochschule Landshut. Seit einer ersten Info-Veranstaltung haben sich bereits 30 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen als Partner angemeldet. Beim Auftakt betonten Regierungspräsident Dr. Zitzelsberger (2.v.r.) und Landshuts OB Hans Rampf (mitte) die Bedeutung von Clustern für die Stärkung der regionalen Wirtschafts- und Innovationskraft.

Als besonders wichtig für die bayerische Wirtschaftspolitik bezeichnete Dr. Walter Zitzelsberger, Regierungspräsident von Niederbayern, in seinem Grußwort die Clusterbildung. Unterstützt und finanziert werde Sie in Bayern u.a. im Rahmen der High-Tech-Offensive. "Wirtschaft und Wissenschaft intensiver zu verzahnen und so die Attraktivität für Investoren noch zu steigern", sei Ziel der Cluster. Dazu habe schon der an der FH seit 2002 fest etablierte Leichtbau-Cluster beigetragen, mit dem Cluster Mikrosystemtechnik werde der Raum Landshut und die Region Niederbayern künftig noch attraktiver.

Neuer Cluster ein klarer Gewinn für Region und Fachhochschule

Für die Fachhochschule Landshut sei der zweite Cluster, für den sie als Plattform diene, ein klarer Gewinn, betonte FH-Präsident Prof. Dr. Erwin Blum (2.v.l.) bei seiner Begrüßung. Zeige dies doch deutlich, dass an der FH Landshut schon früh die heute von Hochschulen geforderte Image- und Profilbildung umgesetzt wurde. Er dankte  allen beim Start des neuen Kompetenznetzwerks Beteiligten, ganz besonders auch der Regierung von Niederbayern, deren Unterstützung die Realisierung erst ermöglicht habe.

Als klare Stärkung des Standortes sieht auch Oberbürgermeister Hans Rampf den neuen Cluster. Man müsse sich die eigenen Stärken mehr ins Bewusstsein rufen, nur so könne man die Innovationskraft in Bayern stärken. Im Bereich der Technologie sei man in Bayern gut aufgestellt. Ein Beleg hierfür sei, dass jede vierte deutsche Patentanmeldung eine bayerische sei. Man müsse sich an neue Technologien heranwagen und gerade die Mikrosystemtechnik biete hier ein großes Potenzial. (Ganz links mit auf dem Foto einer der Befürworter des Cluster: Günther Keilwerth, Abteilungsleiter Wirtschaft und Verkehr, Regierung von Niederbayern).

Mikrosystemtechnik: Schnittstellentechnologie mit  enormem Innovationspotenzial

FH-Präsident Prof. Dr. Blum bei der BegrüßungDer Initiator des Cluster Mikrosystemtechnik, Prof. Dr. Helmuth Gesch (rechts), bezifferte das geschätzte Wachstum in diesem Bereich auf jährlich ca. 16 Prozent. "Innovation entsteht an Schnittstellen von Technologien" betont er, und gerade die Mikrosystemtechnik sei eine solche. Sie zielt auf eine Integration miniaturisierter Komponenten zu einem intelligenten Gesamtsystem als Modul. Das mikrosystemtechnische Modul stellt der eigentlichen wirtschaftlichen Mehrwert dar. Außerdem verbindet die Mikrosystemtechnik die klassischen Naturwissenschaften der Physik und Chemie mit den Ingenieurwissenschaften. 680.000 Arbeitsplätze wurden allein in Deutschland durch die Mikrosystemtechnik geschaffen, weit mehr Arbeitsplätze hängen in weiterem Umfeld damit zusammen.

Die Anwendungsgebiete der Mikrosystemtechnik sind sehr vielfältig. Vor knapp 60 Teilnehmern gab Herr Klaus Beumler, verantwortlicher Netzwerkkoordinator und Projektleiter für technologieorientierte Förderprogramme des VDI/VDE-IT, in seinem Übersichtsvortrag  einen Eindruck von der Vielfalt der faszinierenden Welt der Mikrosysteme, ihrer Märkte und Zukunftspotenziale. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Automobil-, Bio- und Energietechnik  über Medical Systems und Telekommunikation bis hin zu Verfahrenstechnik und Zelltechnologie.

Der neue Cluster MST soll ein in der Region verankertes Kompetenznetzwerk mit überregionaler Komponente werden. Ziel ist es laut Prof. Gesch, die Partner in der fachlichen Kommunikation, Information, Qualifizierung und Kooperation zu unterstützen. Nutznießer sind insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen, die oft finanziell überfordert seien, wenn sie eine innovative Technik selbst entwickeln sollen. Ein Netzwerk wie der Cluster-Mikrosystemtechnik könne hier z.B. durch Kooperationen eine Hilfestellung bieten: Im Rahmen der Veranstaltungen des Clusters könne man z.B. eine bei einem anderen Partner entwickelte Lösung kennen lernen und zusammen Nutzung. Eine weitere Möglichkeit seien Forschungsprojekte zusammen mit einer Hochschule. Auch die FH-Landshut verfüge gerade im Bereich der Mikrosystemtechnik über vielfältige langjährige Kompetenzen und eine hervorragende Ausstattung.

Fachvorträge zeigen neueste Entwicklungen der Mikrosystemtechnik

Cluster-Initiator Prof. Dr. Helmuth Gesch kündigt  den nächsten Referenten an.Die Fachvorträge der Auftaktveranstaltung steckten die drei wesentlichen Themenschwerpunkte ab, die sich der Cluster Mikrosystemtechnik vorgenommen hat und die auf die Bedürfnisse der regionalen Unternehmen und Einrichtungen abgestimmt sind: Sensorik, elektronische Systemträger und Anwendungen für die Medizintechnik.. Im Schwerpunkt Sensorik befassten sich zwei Beiträge mit einer neuen Entwicklung für Fahrerassistenzsystem im Automobil. Mit einer nicht-invasiven Technik kann rasch die Fahrertüchtigkeit eines Autofahrers erkannt werden. Hierzu wurden Vorträge der Rostocker Firma Labo Tech Labortechnik GmbH und von DST Dräxlmaier Systemtechnik GmbH gehalten.

Ein Beitrag von Herrn Josef Sauerer (Fraunhoferinstitut für integrierte Schaltungen, Erlangen) beleuchtete die Geschichte der Sensorentwicklung vom Einzelsensor zum intelligenten Sensorsystem. Anhand von zahlreichen Beispielen wurde der Stand der integrierten Sensortechnologie aufgezeigt.
Die klassische Leiterplatte als Träger elektronischer Komponenten ist längst den Kinderschuhen entwachsen und zu einem komplexen Mikrosystem geworden, auf dem unterschiedlichste Bauteile mit oft divergierenden Anforderungen untergebracht werden müssen. Lothar Oberender vom bekannten Berliner Leiterplatten-Fertigungsunternehmens Andus Elektronic GmbH zeigte die neusten Entwicklungen.

Thomas Rein vom japanischen Cluster-Partner Yamichi Electronics berichtete über die Herausforderungen, die an elektromechanische Bauteile, z. B. Leiterplatten, gestellt werden. Die Überprüfung der elektrischen Funktionstüchtigkeit ist hierbei eine grundlegende Notwendigkeit, die eine hochkarätige Messtechnik erforderlich macht.
Neueste Entwicklungen in der Medizintechnik lassen sich der Mikrosystemtechnik zuordnen, Als Beispiel hierfür seien multifunktionale intelligente Prothesen. Hier will der Cluster Akzente setzen. Gastredner Dr. Mosler (Otto Bock GmbH,  Niedersachsen) beschrieb Entwicklungsperspektiven und Technologiepfade in der Entwicklung prothetischer Hilfen, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität Behinderter dienen. Die Fachhochschule in Regensburg demonstrierte ihre Kompetenz in der Bio- und Medizintechnik. Dem stauenden Publikum wurden mikro-strukurierte Teile zum Mischen und Analysieren kleinster Flüssigkeitsmengen vorgestellt.

  zur Fotogalerie bei www.cluster-mst.de

Updated: 13.08.2007
 
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