Vom Studenten zum Unternehmer - ein steiniger Weg
Unter dem Motto: "Entrepreneurial Essays - Eindrücke und Erfahrungen erfolgreicher Existenzgründer" berichteten an der Fachhochschule Landshut drei Absolventen verschiedener Studiengänge im Bereich Technik und Betriebswirtschaft über ihre Erfahrungen beim Weg in die Selbständigkeit. Egal ob sie während, im direkten Anschluss an das Studium oder erst nach einigen Jahren Berufserfahrung die Existenzgründung in Angriff nahmen, für alle war es ein steiniger und risikoreicher Weg, der viel Engagement und Selbstdisziplin erforderte. Es habe klare Vorteile sein eigener Chef zu sein, erklärt Armin Bart, Mitgründer und Vorstand der in Ergolding ansässigen xpecto AG, die sich auf Softwarelösungen in der Finanzbranche spezialisiert hat. | ![]() FH-Landshut-Absolvent Armin Bart hat den Weg in die Selbständigkeit aus dem Studium heraus geschafft, er ist Mitgründer und Vorstand der xpecto AG (Ergolding). |
"Doch darf man auch die Nachteile wie mentale Belastung und überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten nicht unterschätzen" gibt er zu bedenken. Ihre Anschubfinanzierung besorgte sich das junge Unternehmen über einen geschlossenen Aktienfonds. Dieser habe zwar nicht das erhoffte Kapital gebracht, doch mit Sparsinn und Engagement wurde die Startphase gemeistert. Der Informatik-Absolvent war schon während des Studiums als Programmierer tätig, hatte die Existenzgründung aber nie geplant. Als sich die Gelegenheit gleich nach dem Studium mit der richtigen Idee und dem richtigen Partner ergab, hat er die Gelegenheit beim Schopf gepackt.
Dass die richtige Idee grundlegend für den Schritte in die Selbständigkeit sei, bestätigte auch FH-Vizepräsident Prof. Dr. Helmuth Gesch, der selbst über Erfahrungen als Existenzgründer verfügt. Er warnte aber bei seiner Begrüßung "vor der Verliebtheit des Technikers in eine Idee ohne an Märkte und Käufer zu denken". Für professionelle Hilfe in der Gründerphase besonders in den Bereichen Marketing und Recht spricht sich auch Stefan Ritter aus, Geschäftsführer der TBB INTREX Systems GmbH, spezialisiert auf komplexe IT-Projekte. Diese sei für viele wichtige Themen unerlässlich: von der Marktanalyse und einem Businessplan, ohne dem kein Kapital zu erhalten sei, über die zu wählende Unternehmensform, Steuer- und Namensrechtsangelegenheiten bis hin zum professionelles Auftreten nach Außen. Dieses legt er den ca. 30 Zuhörern besonders ans Herz: Denn beim Kunden "gibt es keine zweite Chance für den ersten Eindruck".
Möglichst schon während des Studiums Gründererfahrung zu sammeln, dafür sprach sich Wolfgang Zollner, von der gleichnamigen Managementberatung und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Landshut, aus. Dies obwohl der die Berufserfahrung bei Gründung seines eigenen Dienstleistungsunternehmen rückblickend als besonders wichtig erachtet. Er ruft die anwesenden Studenten/innen dazu auf, möglichst schon während des Studiums eine Gründung vorzunehmen. Nur so könne man die Erfahrungen sammeln, die man dann nach dem Studium beim Weg in die Selbständigkeit nutzen könne.
Für Harald Wagner, Leiter des GROW Existenzgründerbüros an
der Fachhochschule Landshut und Initiator der Veranstaltung, haben die
lebhaften Vorträge und wertvollen Tipps der Referenten trotz der
unterschiedlicher Werdegänge und Professionen wieder einmal eines
gezeigt: "Die Hindernisse und Erfahrungen bei der Gründung ähneln sich
oft. Wissen über Gründungsmanagement, das alle wesentlichen
Stellschrauben erörtert, ist beim Weg in die Selbständigkeit
unerlässlich." Die "Entrepreneurial Essays" hätten den Weg in die
eigene Existenz als attraktive Alternative, die aber viel
Selbstdisziplin und Wissen verlange, glaubhaft aufgezeigt.

