Aus dem FH-Forschungslabor in die Existenzgründung - Gründerteam der FH Landshut erhält EXIST-SEED-Förderung
Direkt nach ihrem Diplom an der FH Landshut haben zwei Absolventen den
Entschluss gefasst, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Ein
Hauptproblem war wie bei vielen Gründungen die Finanzierung. Abhilfe
schafft jetzt die Gewährung von Mitteln aus dem bundesweiten
EXIST-SEED-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Technologie, das Ausgründungen aus der Hochschule mit Unterstützung des
Europäischen Sozialfonds (ESF) fördert.
Dipl.-Informatiker (FH) Andreas Gewehr (Foto: 2.v.l.) und Dipl.-Ingenieur (FH) Josef Leschik (Foto: 2.v.r.), stehen nun in den Startlöchern, um ihre Idee, eine Stereokamera für die 3D-Objekterkennung zu verwirklichen. Sie werden in Form von je einer halben Personalstelle an der FH Landshut und durch einen Zuschuss für Sachmittel für ein Jahr lang in ihrer Vorgründungsphase gefördert. Das Gründerteam möchte bis zum Ende des Förderzeitraumes den Prototypen ihrer Stereokamera entwickelt haben, die z.B. das Greifen eines Roboters nach einem beliebigen Gegenstand ermöglichen und in der autonomen Robotik sowie der Fertigungsindustrie zum Einsatz kommen soll.
„Sozusagen
den Griff in die unsortierte Kiste, der bis dato undenkbar ist.“
erklärt Projektbetreuer Prof. Anton Harasim (Foto: links). Bisher können Roboter
lediglich vordefinierte Gegenstände exakt an einer bestimmten Position
automatisch aufnehmen. Die Unterscheidung von Objekten oder das Greifen
nach Gegenständen, deren Position nicht vorgegeben ist, gehört im
Augenblick immer noch zu den Zukunftsszenarien. „Eine Stereokamera zur
3D-Obejekterkennung würde der Industrie ungeheure Anwendungsbereiche
eröffnen“, zeigt sich Harasim überzeugt.
Grundlage für die Förderung bildete die Ausformulierung des
Geschäftskonzeptes und die Antragsstellung und der Genehmigung für das
EXIST-SEED-Förderprogramm, stehen.
Die Gründer selbst sind hoch
motiviert, sind sich aber auch bewusst worauf sie sich eingelassen
haben: „Den zeitlichen Rahmen, den wir uns gesetzt haben, wird viel
Nachtarbeit mit sich bringen. Wir freuen uns aber, dass unser Antrag
genehmigt wurde und sehen uns in unserem Vorhaben bestätigt. Das
Know-how der Professoren und die für unsere Entwicklungsarbeit ideale
Laborausstattung der Fachhochschule Landshut wird uns enorm helfen.“
Die Basis, die Idee umzusetzen, legten die beiden in ihren Diplomarbeiten, sie bringen fakultätsübergreifendes Know-how in der Elektrotechnik und der Informatik in das Projekt mit. Die nötigen Chips werden Sie maßgeblich im Hybridlabor entwickeln und im Kompetenzzentrum für Mikrosystemtechnik an ihrem vorläufigen Endprodukt, den Prototypen feilen. Die dann hoffentlich funktionierende Stereokamera, bestehend aus mehreren einzelnen Mikrosystemen, soll eine innovative Problemlösung in der Robotik und Fertigungsindustrie sein.
Auch Dipl.-Betriebswirt Harald Wagner, Leiter des Existenzgründungsbüros der Fachhochschule (Foto: rechts), der den beiden innovativen Technikern bei der Antragstellung unter die Arme griff, bestätigt die guten Erfolgsaussichten: „Die Auslese der Anträge obliegt der strengen Beurteilung einer Fachjury durch den Projektträger.“ Schon die Bewilligung zeige das Potenzial der Geschäftsidee. „Die Genehmigung zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, nur so können Gründerteams erfolgreich, und mit finanzieller Unterstützung von Außen in die Existenzgründung starten.
Der
Leiter des
Existentgründungsbüros hofft nun, dass das Projekt eine
Signalwirkung hat und mehr Studierende den Weg in die Existengründung
wagen und hierfür die ausgezeichneten Bedingungen an einer Hochschule
nutzen.“ Das innovative Produkt, das technologische Umfeld des
Geschäftskonzeptes und das Engagement der Gründer lassen auf jeden Fall
einiges erhoffen,“ ist Wagner überzeugt. „Vielleicht kann durch ihre
Risikobereitschaft irgendwann – vielleicht schon in naher Zukunft - der
ein oder andere Arbeitsplatz in der Region geschaffen werden."
