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Moderne Kennzahlen für eine innovative Unternehmensführung

Vier Teilnehmer, die eine Produktionsstraße darstellten, zeigten Probleme bei der optimalen Auslastung.Nicht alle Kennzahlen eines Unternehmens sind geeignet, die Produktion optimal auszulasten. Die Veranstaltung „Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs!“ an der Hochschule Landshut zeigte, wie mit modernen Kennzahlen der Weg zum Erfolg geebnet wird. Rund 40 Unternehmensvertreter/innen hatte die Einladung der IHK Niederbayern und des Kompetenzzentrums PuLL der Hochschule Landshut angenommen, um neue Impulse für innovative Unternehmensführung zu erhalten.

Dass Kennzahlen die unabdingbare Basis jedes unternehmerischen und wirtschaftlichen Handelns sind, bestätigte Prof. Dr. Markus Schneider, Leiter Kompetenzzentrum Produktion und Logistik (PuLL). Die Messbarkeit von Unternehmensentwicklungen sei das Fundament für alle weiteren Entscheidungen und Maßnahmen. Doch unter dem bestehenden Innovationsdruck der Unternehmen seien neben Umsatz, Ertrags- und Leistungskennzahlen auch neue sinnvolle Mitarbeiter-, Kunden- und marktorientierten Kennzahlen zu suchen. In seinem Vortrag „Produktivität trifft Termintreue“ zeigte Prof. Dr. Schneider plastisch, wie die alte Leitidee des Taylorismus und von REFA-Zeitanalysen an seine Grenzen stößt. Diese handelt nach dem Grundsatz, dass, wenn man jede einzelne Funktion optimiert, jede Ressource zu 100 Prozent auslaste, arbeite das Gesamtsystem automatisch optimal. Verschwendung muss minimiert werden. Stelle man als Ziel allerdings einen optimalen Produktionsfluss und einen maximalen Durchsatz in den Vordergrund, stößt man auf Widersprüche.

Dies zeigt er in einem kleinen Beispiel: Vier Teilnehmer der Veranstaltung stellen eine lebende Produktionsstraße dar. Die Geschwindigkeit jeder „Einheit“ wird mit einer unterschiedlichen Schrittlänge dargestellt. Die Probleme werden schnell klar: Bei der Produktion enteilt einmal der Schnellste, wendet man das Motorradfahrerprinzip an und stellt den langsamsten nach vorne, müssen alle anderen bremsen. Kommt es zum Ausfall, sind kaum Puffer vorhanden, die vorderen enteilen, die hinteren stehen. Als Unternehmensleitung müsse man die gesamte Produktion im Auge behalten, die Gruppe zusammen zu halten, und Puffer zu schaffen, müsse das Ziel lauten. Denn Überkapazitäten könnten Flexibilität ermöglichen. Lokale Messgrößen könnten zu globalen Suboptima führen. Wichtig seien deshalb besonders Messgrößen wie die Zuverlässigkeit bzw. Termintreue, die sich am Durchsatz ablesen ließen oder die Effektivität, bei die Dauer des Lagerbestand eine wichtige Rolle spielt. Die Effizienz müsse unter Berücksichtigung der lokalen Betriebsausgaben berechnet werden, die so gering gehalten werden müssten, wie möglich, ohne allerdings den Durchsatz zu gefährden.

Trends und Entwicklungen im Innovationscontrolling zeigte Michael Schinko, Innovationsberater der IHK Niederbayern, in seinem Vortrag „Alles Bestmarken oder was?“. Innovation sei zentrales Leitmotiv für unternehmerischen Erfolg geworden. Dargestellt werde diese meist an Finanz- und Leistungskennzahlen, am Personalzuwachs oder beispielsweise einer geringen Krankenquote. Doch Veränderungen kämen immer schneller und unberechenbarer, die Volatilität steige. Gerade im Zuge der Finanzkrise sei eine Veränderung des Wertesystems festzustellen, hin zu den Kennzahlen Ökonomie/Ökologie und Ethik/Soziologie. Die Erfolgsschlüssel im Innovationsmanagement seien Produktinnovation, Prozessinnovation, Service-/Dienstleistungsinnovation sowie Businessinnovation.

Dabei spiele das Innovationsfeld „Mensch“ gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine ganz besondere Rolle. Ist ein Unternehmen im sog. „war of talents“ gut aufgestellt? Weiterbildung und Motivation des Personals, Mitarbeiterbindung, flexible Zeitmodelle, Gesundheitsmanagement oder auch Change- und Wissensmanagement und vieles mehr spielen für die erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens eine große Rolle. Schinko stellt die Frage, ob hinsichtlich moderne Unternehmensführung des Innovationsbegriffs- nicht die Schubkraft eine treffendere Bezeichnung wäre, diese wirke auch horizontal, vertikal oder im Extremfall auch Rückwärts nach der Devise „Weniger ist oft mehr“. Innovationen im modernen Controlling müssten weiter gefasst werden, hin zur Innovation 2.0. 

 


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Updated: 20.10.2011
 
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