Experten informieren an FH über neue Wege der Klärschlammentsorgung für Niederbayern
Abwässer werden in Kläranlagen gereinigt. Soweit ist jeder, der
Wasser verbraucht, mit diesem Kreislauf vertraut. Aber was passiert mit
dem Abfall, der in den Klärwerken zurückbleibt? Auf Einladung der
Regierung von Niederbayern und des Bezirksverband des Bayerischen
Gemeindetags diskutierten an der Fachhochschule etwa 160 Bürgermeister,
Kärwerksleiter und Verantwortliche der niederbayerischen Kommunen,
welche zukunftsfähigen Wege für die Klärschlammentsorung einschlagen
werden sollen. Unterstützt wurden sie dabeiExperten aus wissenschaft
und Industrie, die in Vorträgen moderne und praxisnahe Konzepte
vorstellten.
Viele Jahre lang wurde der Klärschlamm als Dünger auf Feldern und Nutzflächen eingesetzt und so kostengünstig entsorgt. Doch im zwar nährstoffreichen Klärschlamm waren auch konzentriert alle Schadstoffe des Abwassers konzentriert. Gerade bei den organischen Abfallprodukten gibt es Stoffe, die sich über Jahre im Klärschlamm und auch im Boden halten bzw. ins Grundwasser gelangen. Wie Dr. martin Faulstich vom Wissenschaftszentrum Straubing erklärte "wurden die Grenzwerte zur landwirtschaftlichen Nutzung zwar fast immer eingehalten", doch seien dieses Werte viel zu Nieder angesetzt und haben manche Rückstände gar nicht berücksichtigt.
Obowhl mittlerweile ein Umdenken stattgefunden habe, die Lebensmittelindustrie mit Klärschlamm gedünkte Produkte oftmals vermeide und mit Klärschlamm gedüngte Grundstücke einem großen Wertverlust unterliegen, würden in Niederbayern immer noch über die Hälfte der Klärschlammes für landwirtschaftliche Nutzung eingesetzt, in ganz Bayern liege dieser Prozentsatz bei nur 21 Prozent, erklärte Werrner Kröäger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Für die bisherige Entsorgung sprächen die kurzfristigen niedrigen Kosten bei der Entsorgung, diese berücksichtigen aber nicht die Folgekosten.
Eine Alternative laute Verbrennung des Klärschlamms. So
könne man diesen Abfall zur Stromerzeugung oder Wärmegewinnung
verwenden. Hierzu fehlen aber bisher die kapazitäten. Angedacht wurden
Zweckverbände, die die Anlagen, die minimal für 40.000 Anwohner
ausgelegt seien.
Gefordert wurde von den in den anwesenden in den Kommunen Verantwortlichen eine stärkere
Unterstützung durch die Gesetzgeber. Dies in steuer- und
wirtschaftsrechtlichen Hilfestellungen, um so die Zusammenarbeit der
Kommunen zu erleichtern.
