Kulturfeuerwerk in der "Langen Nacht" der HSG
Dunkler Innenhof, Kerzen in der Cafeteria – die Fachhochschule
Landshut erstrahlte in der „Langen Nacht“ in einem völlig neuen Licht.
Ein wahres Kulturfeuerwerk stand auf dem Programm, das neben einem
weiten musikalischem Spektrum auch Tanz, Kabarett und Gaukelei bot. Die
Organisatoren von der Hochschulgemeinde hatten für die „Lange Nacht“
über 50 Akteure, ein großer Teil Studenten, Lehrbeauftragte und
Professoren, auf zwei parallele Bühnen geholt. Hier zeigte sich
mancher Hochschulangehörige ebenfalls in einem neuen Licht, sie alle
zeigten, welches musische Potenzial neben ihrem Fachwissen in ihnen
steckt. Besonders Prof. Dr. Clemens Dannenbeck hatte am Flügel und
Klavier alle Hände voll zu tun, er eilte von Auftritt zu Auftritt,
sowohl als Begleitung als auch in seinem Solo-Part „Tango Argentina“
beeindruckte er das Publikum.
Im Gegensatz zum bisher von der HSG jeweils im Wintersemester ausgerichteten Hochschulkonzert
reichte das Spektrum der Darbietungen erstmals über Musik hinaus.
Die etwa 250 Gästen bekamen in zwei Sälen von 20 Uhr bis nach
Mitternacht künstlerische Köstlichkeiten geboten, konnten sich bei
Kerzenschein aber auch gemütlich zu einem Glas Wein oder zu den an der
Studentenbar ausgeschenkten Cocktails treffen.
Das Programm variierte alle 20 Minuten, die Musikrichtungen reichten von Klassik und Tango über Klezmer und Soul bis hin zum Jazz. Daneben boten Jongleure, Feuerschlucker, Tänzer, Kabarettisten und afrikanische Trommler Unterhaltung für jeden Geschmack: „Man hatte das Gefühl etwas zu verpassen, wenn man wo nicht drin war“, beschreibt eine vom Programm und der Qualität der Darbietungen beeindruckte Zuseherin.
Oft herrschte buchstäblich die Qual der Wahl. Sollte man lieber
einer schwungvollen Jazzrunde lauschen oder sich doch lieber im
Innenhof bei einer spektakulären Feuershow der GaukLA einheizen lassen.
Auch die von der Informatikstudentin Isabella Kohl gesungenen und von
(Prof. Dr. Clemens Dannenbeck) und Violine (Dr. Alfons Hämmerl)
begleiteten Arien Georg Friedrich Händels lockten das Publikum. Dafür
musste man allerdings eventuell auf die Darbietungen des
Bläserensembles verzichten, das vom Rundfunk-Marsch über Dixie und
Swing bis hin zur Polka mit bekannten Melodien zu begeistern verstand.
Auch ohne ein Instrument selbst zu spielen, könne man Kultur auf die Bühne bringen, so der evangelische Seelsorger Ulrich Conrad, als er sich bei dem Tanzpaar aus dem Fachbereich Elektrotechnik, Elisabeth Mühlthaler und Andreas Mühlbauer, bedankte, die eine Auswahl von Standard- und Lateinamerikanischen Tänzen boten. Was mit einem elegant beschwingten Wiener Walzer begann, endete nach einem Kostümwechsel bei einem flotten Jive, der das Publikum zum Mitklatschen animierte.
Doch nicht nur für Auge und Ohr war Kunst geboten, die Lachmuskeln
wurden beim bekannten Kabarettstück „Im Buchladen“ nach Gerhard Polt
gefordert. Gespielt von den beiden Wirtschaftsingenieurstudenten Magnus
Winkler und Martin Weber gehörte dies zu den Highlights für alle
anwesenden Kommilitonen, die hier Bücher ihrer Professoren
wiedererkannten. Afrikanische Rhythmen und Trommel-Klänge von Ifeanyi
C. Okolo und Combo lockten die Gäste auf die Bühne, die sich die
Musiker mit einem tanzenden, klatschenden und begeistertem Publikum
teilten.
Die ungezwungene Atmosphäre trotz hochklassiger Darbietungen war einer der bemerkenswerten Eigenschaften dieser Langen Nacht. Der HSG-Chor, der den Besuchern der Hochschulkonzerte bereits in guter Erinnerung war, verpasste dem Publikum nach einem eindrucksvollen Abend als Abschluss mit „The lion sleeps tonight“ noch einen Ohrwurm für den Nachhauseweg.


