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Besuch beim Riesen mit dem „bösen Blick“

Die Studentenruppe und Prof. Zimmer bei Neoplan„Was halten Sie davon, wenn wir Ihnen unseren Bus dalassen und mit Ihrem schwarzen zurück nach Landshut fahren?“ lautete eine eher scherzhafte Frage beim Besuch von 14  Maschinenbaustudenten, Schwerpunkt Fahrzeugtechnik, bei Neoplan im Werk Pilsting.

Der angesprochene schwarze Bus gehört zur Luxus-Reisebusreihe „Starliner“. Ein wahrer Riese mit verdunkelten Panoramascheiben und einem „bösen Blick. Dass „der schon was hermacht“, da ist sich Prof. Zimmer mit seinen Studenten einig und weist auf die Besonderheiten der Karosserie und des Lenkverhaltens des Fahrzeugs hin. Die Busse haben eine selbsttragende Karosserie, bei der die Fahrgastzelle nicht auf ein Fahrwerk gesetzt wird, sondern sich selbst stabilisiert. Dazu trägt alles bei, vom Gerippe selbst aus Vierkantstahlrohr bis hin zu den Glasscheiben, den „Muskeln“, wie Ludwig Wittmann es formuliert, der die Besucher durch die weitläufigen Produktionshallen führt.

„Zwei dieser Busse verlassen täglich im Schnitt unser Werk“ erklärt er weiter. Und der logistische Aufwand hierfür ist beeindruckend: Das freitragende Karosseriegerippe wird aus dem niedersächsischen Plauen angeliefert, wohin der Stahlbau für die Neoplan-Busse ausgelagert wurde. Dazu kommen dann etwa 500 Zulieferer, die mit täglich etwa 100 LKWs die restlichen Komponenten wie Lenkrad, Sitze oder Motor in die Lagerhalle bringen.

Etwa 650 Mitarbeitern montieren die Teile an jährlich etwa 600 Bussen, was pro maßgeschneidertem Exemplar etwa vier Wochen Arbeit bedeutet. Das meiste an so einem Bus in Handarbeit gefertigt. „Industrielle handwerklich orientierte Serienfertigung nenne sich das“, so Ludwig Wittmann. Es wird nicht in Schichten am Fließband gearbeitet, sondern meist in Arbeitsgruppen.

Dabei legt das Unternehmen großen Wert Umweltfreundlichkeit und Qualität. Wärme wird bei Neoplan zum Beispiel zum großen Teil mit einer Hackschnitzelheizung erzeugt und Neuerungen bei den Bussen z.B. bei der Dieselelektrik, reduzieren den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge.

Zwei Filme führen den Studenten schließlich die Modellpalette und weitere Neuentwicklungen von Neoplan vor Augen, wie z.B. den ersten Bus aus Carbon. Die Besuchergruppe zeigte sich höchst interessiert, begutachtete die Fertigung bis zum letzten Finish und konnte hier in der Praxis erleben, was sie vorher in vielen Vorlesungen in der Theorie von Prof. Zimmer vermittelt bekamen. Trotz aller Begeisterung: den schwarzen Bus bekam die Besuchergruppe leider nicht mit nach Hause.

Updated: 13.08.2007
 
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