Grenzüberschreitende Effizienz im Rohstoff- und Materialverbrauch
Die Effizienz im Rohstoff- und Materialverbrauch in den produzierenden
Unternehmen Oberösterreichs und Niederbayerns zu verbessern, hat sich das
Projekt "von der Rohstoffkrise zur Ressourceneffizienz" zum Ziel
gesetzt, das von der EU aus dem Europäischen Fonds für Regionale
Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Der Begleitausschuss des grenzüberschreitenden EU-Förderprogramms INTERREG Bayern – Österreich 2007 – 2013 hat dieses nachhaltige Projekt mit einem Volumen von rund einer Million Euro genehmigt. Die Hochschule Landshut beteiligt
sich unter der Regie von Prof. Dr. Carsten Röh (Fakultät Elektrotechnik / Wirtschaftsingenieurwesen) daran.
Die Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen (Metalle, Mineralölerzeugnisse, etc.) und rohstoffhaltigen Vorprodukten stellen für die verarbeitende Industrie einen betriebswirtschaftlich immer relevanter werdenden - wenn nicht sogar kritischen Faktor - dar. Beim Thema Energie verhält es sich ähnlich, darüber hinaus muss sich das produzierende Gewerbe mit gesetzliche Vorgaben im Hinblick auf CO2-Emission bzw. CO2-Bilanzen auseinander setzen. Beide Tendenzen sind darauf zurückzuführen, daß Schwellenländer, insbesondere die BRIC-Staaten (Brasilien, Rußland, Indien, China) in der verganenen Dekade eine sehr starke wirtschaftliche Expansion vorgelegt haben, der das Angebot an Rohstoffen nicht ohne weiteres nachkommen konnte. Seriöse Szenarien belegen, dass die Wirkungen dieser Trends in Zukunft eher zunehmen als verringern werden.
Optimiert werden sollen in dem grenzüberschreitenden Förderprojekt die Beschaffung von Rohstoffen inklusive der Sekundärrohstoffbeschaffung sowie die Ressourceneffizienz bei der Produktion und bei technischen Verfahren. Die Themen Recycling und Kreislaufführungspotenziale werden dabei mit untersucht, um insbesondere regionale Kreisläufe wieder zu beleben und zu stärken. "Das Projekt richtet sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), da wir aus anderen Forschungsprojekten wissen, dass große Industrieunternehmen ihre Hausaufgaben in diesem Feld bereits gemacht haben bzw. über besondere Kompetenzen und Mittel verfügen, mit den Herausforderungen im Kontext von Ressourcenverkappung und Energieeffizienz umzugehen", erläutert Prof. Dr. Röh.
Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben hat das Ziel, eine Bedrohungsanalysye der Niederbayerischen und Oberösterreichischen verarbeitenden Industrie durchzuführen, best practices für die Beschaffung von Rohstoffen zu ermitteln, rohstoff- und energieeffiziente Fertigungsverfahren abzuleiten und Potentiale und Ansätze des Recycelings aufzuzeigen. Dies erfolgt in Abstimmung mit den lokalen Kammern und Institutionen mit dem Ziel, die Forschungsergebnisse über Workshops und Publikationen an die Adressaten zurückzuspiegeln. Hieraus sollen - so die Hypothese - grenzüberschreitende Ansätze zur Nutzung von Potenzialen im Rohstoff- und Ressourceneffizienz-Umfeld erarbeitet und gehoben werden.
Projektpartner sind der Umweltcluster Oberösterreich mit
Sitz in Linz und das auf Produktionstechnik fokussierte Institut
Profactor in Graz. Dabei arbeiten die oberösterreichischen Cluster
Automobil, Mechatronik und Kunststoff im Team mit. Start des Projekts
war Anfang September in Linz. "Bei der Erarbeitung der Problemlage und
bei der Verbreitung von Lösungsansätzen freuen wir uns auf die
Unterstützung von KMUs der Region", betont Prof. Dr. Röh, Ansprechpartner der Hochschule für das Projekt
.
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