Schüler/innen mit Behinderung bereichern Lernraum Hochschule
Ihr großes künstlerisches Geschick bewiesen Schüler/innen der Pestalozzischule (Landshut) an der Hochschule Landshut: Um die Räume freundlicher zu gestalten und das Lernklima zu verbessern, erstellten Schüler/innen beeindruckende großformatige Gemälde, die bei einer Vernissage rund 100 Gästen vorgestellt wurden.
Die Idee zur Zusammenarbeit mit der Pestalozzischule, einer Fördereinrichtung für Schüler/innen mit Behinderung, entstand in zwei vorherigen Projekten: einmal in einem Studierendenprojekt mit der Künstlerin Dagmar Pachtner, in dem das Lernklima im BS-Gebäude verbessert werden sollte. Aus dieser zeitlich befristeten Aktion und zusätzlich aus der erfolgreichen Zusammenarbeit der Fakultät Soziale Arbeit und den jungen Künstlern/innen der Pestalozzischule bei der grafischen Gestaltung des Familienwegweisers der Stadt Landshut, entstand der Plan, das Gebäude zusammen mit diesen Schülern/innen ansprechender zu gestalten. Und dies mit großem Erfolg.
Eine Trommelgruppe der Pestalozzischule sorgte für den Auftakt zur Vernissage, in der die jungen Künstler/innen im Alter von 12 bis 17 Jahren im Mittelpunkt standen. „Die wirklich bemerkenswerten Gemälde sind ein Beleg, dass die Schüler/innen der Pestalozzischule Großartiges leisten können, wenn sie die Möglichkeit hierzu bekommen,“ zeigte sich Prof. Dr. Mechthild Wolff, Initiatorin und Dekanin der Fakultät Soziale, von den Kunstwerken und dem Projekt angetan. Die Materialien seien aus Studienbeiträgen bezahlt worden, mit den Gemälden, die als Dauerleihgabe an der Hochschule bleiben, hätten die Räume deutlich gewonnen.
Dies bestätigte auch Prof. Dr. Erwin Blum, er zeigte sich bei seiner Begrüßung beeindruckt von der künstlerischen Qualität der Bilder, die dem Gebäude, einem Betonbau im Stil der frühen 70er Jahre, eine positive Atmosphäre verleihen und damit für die Studierenden angenehmere Rahmenbedingungen schaffen würden. Alt-OB Josef Deimer dankte als Vorsitzender des Landshuter Trägervereins „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung“ für die den Schülern/innen gebotene Möglichkeit, ihre Kreativität beweisen konnten. Das erfolgreiche Projekt sei auch ein weiterer Beleg für die an der Hochschule und der Fakultät Soziale Arbeit gelebte Praxisorientierung.
Die Beteiligten und besonders Petra Strohmaier, Leiterin der Pestalozzischule, freute sich über die große Resonanz der Vernissage: rund 100 Professoren, Studenten, Freunde, Lehrer, und Verantwortliche der Pestalozzischule waren gekommen, um die Gemälde in Augenschein zu nehmen. Das Projekt sei gerade "für Schüler/innen mit eingeschränkter sprachlicher Ausdrucksfähigkeit eine wichtige Möglichkeit gewesen, sich künstlerisch auszudrücken, ihre Persönlichkeit und die eigene Kreativität einbringen zu können", führt Strohmaier aus.
Ein Schüler und eine Schülerin berichteten zusammen mit der am Projekt maßgeblich beteiligten Lehrerin, Frau Bauer, über die Entstehung und Umsetzung der Gemälde. Man habe die Räume besichtigt und es sei schnell klar gewesen, dass man für große Flächen auch große Bilder bräuchte. Anregungen habe man sich bei einem Besuch in Münchner Kunstausstellungen geholt. Dann ging es an die Umsetzung: Die Rahmen wurden selbst gefertigt und bespannt und dann in Anlehnung an moderne Künstler die Gemälde gemalt. „Die Bilder haben uns selber so beeindruckt, dass wir überlegt haben, ob wir sie überhaupt wieder hergeben sollen“, berichtet ein Schüler nicht ohne Stolz.
Als kleinen Dank für die künstlerische Leistung überreichte Prof. Dr. Wolff den Schülern/innen einen Gutschein für einen besonderen Museumsbesuch in den Münchner Pinakotheken: Bevor es auf Kunst-Entdeckungstour geht, wird intensiv beobachtet, experimentiert und selber gemacht. Eine gelungene Überraschung für die jungen begabten Künstler/innen.
Zu den NEWS und VERANSTALTUNGEN der Hochschule Landshut
