Fachtagung - Fremdsprachen bereits im Vorschulalter lernen
Rund 800 Fremdsprachenlehrer aus ganz Bayern trafen sich bei einer
zweitägigen Fachtagung an der Hochschule Landshut. Bereits zum zweiten
Mal hatte der Gesamtverband Moderne Fremdsprachen Bayern und die
Sprachenverbände M&E (Englisch und Mehrsprachigkeit), VdF
(Vereinigung der Französischlehrer) und DSV (Deutscher
Spanischlehrerverband) zu ihrer jährlich stattfindenden Jahrestagung
eingeladen.
Unter dem Motto „Fremdsprachen an der Schule – studienbezogen und/oder berufsbezogen?“ fanden Veranstaltungen zu den Abschlussqualifikationen im Schulbereich, dem Übergang zwischen den Schularten und den Anforderungen und Möglichkeiten von Sprachen im Beruf statt. Empfehlungen für den Sprachunterricht aufgrund neuester Erkenntnisse der Hirnforschung gab Prof. Dr. Heiner Böttger (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt) in einem Auftaktvortrag. Innerhalb der Tagung wurde auch erstmals ein runder Tisch zur lokalen Vernetzung der Fremdsprachen im Raum Landshut abgehalten. Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung, in der Fachverlage ihre neuesten Angebote im Bereich Sprachen präsentierten.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel begrüßte die Teilnehmer und betonte die Bedeutung des Fremdsprachunterrichts in den Schulen. Diese Kenntnisse seien Grundlage für die von der Hochschule forcierte internationale Ausrichtung ihrer Studienangebote. Aufbauend auf die in den Schulen erworbenen Fremdsprachenkenntnisse biete das Sprachenzentrum der Hochschule dann die Möglichkeit diese zu intensivieren oder in dreizehn angebotenen Fremdsprachen neue Kenntnisse aufzubauen.
In seinem Eröffnungsvortrag „Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung und ihre Auswirkungen auf das Sprachenlernen“ sprach sich Prof. Dr. Böttger anschließend für einen Paradigmenwechsel im Sprachenunterricht aus. Er forderte Fremdsprachenunterricht bereits in der Vorschulphase: bilingual erzogene Kinder könnten in diesem Alter klar zwischen unterschiedlichen Sprachen unterscheiden. Hirnaktivitäten würden zeigen, dass beide Sprachen in diesem frühen Alter sehr Deckungsgleich im selben Hirnareal verwurzelt seien, diese früh lernenden Kinder seien „schnellere Sprachentscheider“. Beginne man erst später mit Fremdsprachen, seien diese Areale verschoben, mehr Querverbindungen im Gehirn und damit mehr Aufwand beim Lernen seien nötig.
Für die
pädagogische Ausrichtung sei klar erkennbar, dass die besten
Lernerfolge über Empathie am Gelernten, über positive Lernerfahrung und
Freude am Thema zu erzielen seien, auch Wiederholungen seien von großer
Bedeutung. Die heutigen Lernziele in der Fremdsprachenausbildung
sollten hier überdacht werden. Auch solle man auch die Kinder nicht
unterschätzen, bereits im frühen Sprachunterricht solle man weniger auf
Wiederholen von z.B. Liedern setzen, als lieber sprachliche
Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede aufzeigen.
In rund siebzig Einzelveranstaltungen hatten die Teilnehmer an zwei Tagen die Gelegenheit, an Workshops zu verschiedensten Aspekten aus dem Bereich der Fremdsprachenvermittlung teilzunehmen. Bernhard Osterkorn, Leiter des Sprachenzentrums der Hochschule Landshut, hatte die Veranstaltung genutzt, einen runden Tisch anzubieten, der die institutionelle Vernetzung zwischen Hochschule und Schulen im Raum Landshut zum Ziel hatte. Vertreter von Landshuter Gymnasien, FOS (auch Schulleiter OStD Dr. Georg Aigner nutzte die Gelegenheit) und BOS sowie Dozenten/innen des Sprachenzentrums nutzten diese Kick-off Veranstaltung, um Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Fremdsprachenausbildung der Schulen und der Hochschule auszutauschen. Die Initiative stieß auf äußerst positive Resonanz, eine Wiederholung ist angedacht.
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