Von der Software-Schmiede bis zum Weltunternehmen – Innovationspotenzial beim Technologietag 2006 gezeigt
Niederbayern als Innovationsschmiede – so präsentierte sich die
Region auf dem mittlerweile dritten High-Tech-Tag an der Fachhochschule
Landshut. Nach 2002 und 2004 gelang es den Organisatoren von der
Fachhochschule, der Regierung von Niederbayern und der Industrie-
und Handelskammer auch heuer wieder, das Innovationspotenzial und ihre
große Bandbreite darzustellen: Etwa 50 Ostbayerische Unternehmen, vom
Weltkonzern bis zur kleinen Softwareschmiede zeigten unter dem Motto
„aus der Region, für die Region“ vielfältigste Neuerungen aus einer
breiten Bandbreite.
Ein Ziel der Veranstaltung war, die breite Palette an Produkten und Dienstleistungen, die Unternehmen in der Region bieten, besser bekannt zu machen. Für Dr. Walter Zitzelsberger, Regierungspräsident von Niederbayern und Schirmherr der Veranstaltung „fehlt es oft am Wissen über die Leistungsfähigkeit der Betriebe in der eigenen Region. Nicht selten werden Leistungen weltweit bezogen, nur weil regionale Kompetenzen nicht in genügendem Umfang bekannt sind“. Dabei sei Niederbayern im Wandel vom klassischen Produktions- zum Innovations- und Dienstleistungsstandort begriffen.
Für Helmut
Weber, Vizepräsident der IHK für Niederbayern in Passau, könnten neue
Ideen „umso schneller in die Praxis umgesetzt werden, je besser die
Kenntnis von innovativen Ideen und Lösungen in der Region ist.“ Für
Stadtrat Tilman von Kuepach bot der Technologietag zusätzlich auch die
Gelegenheit, Ängste vor der Technik abzubauen.
Auch FH-Präsident
Prof. Dr. Erwin Blum betonte, wie wichtig es sei, die Kommunikation in
der Region zu verbessern. Denn trotz den schier unbegrenzten
Möglichkeiten der Informationsgesellschaft und des world wide web, sei
es immer noch schwierig, den richtigen Lieferanten, Know-How-Träger
oder Partner zu finden. Um diese Informationslücke zu schließen und so
Kooperationen anzuregen, sei die Fachhochschule eine ideale Plattform.
Der Messestand der Fachhochschule, an dem neben vielfältiger
technischer Kompetenz, auch der Leichtbau-Cluster, der Cluster
Mikrosystemtechnik und das (Weiter-) Bildungsangebot präsentiert wurde,
bot ein typisches Beispiel, wie Ängste vor der Technik abgebaut werden
können: FH-Informatik-Student Martin Mühlbauer hatte zwei
Mitsubishi-Roboter so programmiert, dass sie die hohe Kunst des
Weißbiereinschenkens nahezu perfekt beherrschten. Ein Roboter hielt das
Glas, der andere schenkte ein, beide veränderten den Neigungswinkel bis
das Bier im Glas war. Und an dem heißen nahezu sommerlichen Tag fand
das Getränk viele Abnehmer. Bei Laborführungen konnte man die
technische Ausstattung und die technischen Möglichkeiten der FH in
Augenschein nehmen. Das Labor für Fahrzeugtechnik bot eine umfangreiche
Ausstellung an Kfz- und LKW-Bauteilen und zeigte die Entwicklung vom
Glas-Goggo bis hin zum modernen BMW-Modell.
Auf der Messe bot
BMW mit seinem M6 modernste Kfz-Technik, das Werk Landshut informierte
über High-Tech-Motoren und Leichtbaukomponenten. Spitzenprodukte für
die elektrische Verbindungstechnologie aus dem Hause Schott wurden
ebenso geboten wie das Halbleiterangebot von Renesas. Eine breite
Palette bot der Gemeinsaftsstand der IHK Niederbayern in Passau, der
besonders jungen innovativen Unternehmen eine Gelegenheit bot, die
eigenen Produkte zu präsentieren und miteinander ins Gespräch zu
kommen. Von der Software zum automatisierten Bierbrauen und der
Sicherheitstechnik über Embedded Systeme bis hin zur
Sensorenentwicklung.
Parallel zur Messe bot der
Technologietag ein breites Rahmenprogramm mit Vorträgen zu
zukunftsweisenden Themen: Im Themenblock „Technik & Innovation“
wurden Trends in der Mikrosystem- und Leichtbautechnik
präsentiert. Im Schwerpunktthema „Umwelt & Energie“ wurden
Möglichkeiten gezeigt, wie beim Haus(um)bau Energiesparende Techniken
und Materialien eingesetzt, bzw. mit Solartechnik Energie gewonnen
werden kann, wie dies in der Gemeinde Furth mustergültig praktiziert
wird.
Neuste Entwicklungen im Bereich der Informations- und
Kommunikationstechnologie waren ein weiteres Thema, Internetmnarketing,
Voice over IP und Mobiliigence lauteten die Schlagwörter. Außerhalb der
technischen Fakten zeigte der Themenpunkt Technologieorientierte
Gründung und Finanzierung auf, welche Möglichkeiten und Angebote, bzw.
welche Chancen die Gründung eines eigenen Unternehmens bietet.
Die Fachhochschule Landshut bot in eigenen Themenblock Einblick
in den Bereich Wissens- und Technologietransfer mit den
Kompetenznetzwerken Leichtbau-Cluster und Cluster Mikrosystemtechnik
und zeigte die Herausforderungen, denen die Fachhochschule aufgrund der
aktuellen Reformbestrebungen und angesichts der Abschaffung der
Diplom-Abschlüssen und der Einführung der international anerkannten
Bachelor- und Masterabschlussen gegenüber steht. Zusätzlich bot sie
ehemaligen Absolventen die Gelegenheit zu einem Treffen mit Professoren
und Lehrbeauftragten.
Das Angebot zum Treffen und zum anschließenden get together nutzten viele Absolventen von technischen Studiengängen, die auf der Messe ostbayerische Technik vom Feinsten geboten bekommen hatten. Den Hauptpreis des Gewinnspiels, ein Fahrertraining der BMW Group schnappte sich mit Florian Hoffmann allerdings ein aktueller Student der FH Landshut.

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