VDI/VDE zeichnet zwei Diplomanden der FH Landshut aus
Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zeichnen jährlich die besten Absolventinnen und Absolventen der technischen Fakultäten aus bayerischen und österreichischen Universitäten aus. Aus Landshut wurden Dipl.-Ing. Josef Leschik und Dipl.-Ing. Matthias Prebeck, beide Studenten des Fachbereichs Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, für ihre hervorragenden Diplomarbeiten in einer Feierstunde im Festsaal des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie geehrt. Der Festakt wurde von Herrn Dipl.-Ing. Heinrich Wienold (Vorsitzender des VDE) eröffnet. In einem Grußwort wies dann Ministerialdirektor Dr. Joachim Kormann vom gastgebenden Bayerischen Wirtschaftsministerium darauf hin, wie dringend gute Ingenieure in der Wirtschaft und der Industrie gebraucht würden. | ![]() Prof. Dr. Jürgen Schröter (v.l.n.r.) mit den beiden geehrten Diplomanden der Fachhochschule Landshut: Dipl.-Ing. Josef Leschik, Dipl.-Ing. Matthias Prebeck, und Betreuer Dipl.-Phys. Michael Mündner (Renesas Semiconduktor Europe GmbH, Landshut). |
Den Festvortrag hielt der Hirnforscher Prof. Dr. Ernst Pöppel (Vorstand des Instituts für Medizinische Psychologie LMU) zum Thema "Menschengemäße Technologien": Was kann die Forschung über den Menschen dazu beitragen? Er ging insbesondere auf die Zusammenarbeit von Medizin und Technik ein, die dazu beitragen soll, die Technik so zu gestalten, dass sie dem Menschen hilft. Einen doppelten Glückwunsch sprach der VDI-Vorsitzenden, Dr. Christoph-Friedrich von Braun aus: Er gratulierte zum hervorragend bestandenen Abschluss und wünschte Glück für den bevorstehenden Lebens- und Berufsweg, vor allem für letzteren wird die Auszeichnung sicher hilfreich sein. Den Hauptteil der Ehrung war aber der Vorstellung der ausgezeichneten Diplomarbeiten und der Verleihung der Auszeichnung, die aus einer Urkunde, einem Scheck und einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft besteht, gewidmet.
Für die FH Landshut wurden zwei Studenten aus dem Fachbereich Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen ausgezeichnet: Josef Leschik befasste sich mit der Prozessüberwachung bei der Chip-Herstellung mit sog. Sputter Anlagen. Das Thema der Diplomarbeit lautete "Erfassung und Analyse von Maschinendaten im Hinblick auf Prozesskontrolle und Fehlererkennung". Nur wenn entstandene Prozessabweichungen, d.h. Produktabweichungen, Standzeiten usw. möglichst frühzeitig bemerkt werden, können diese in einer frühen Phase behoben und so die Kosten beim Produktionsprozess minimiert werden.
Das Ziel der Diplomarbeit, die von Prof. Jürgen Schröter betreut und mit "sehr gut" bewertet wurde, war es, mit Hilfe von multivariaten Control Charts die Stabilität und somit auch die Prozessqualität dauerhaft zu überwachen. Dabei wurde die Überwachung des Prozesses und die Auswertung der Daten an einer "Magnetron-Sputter" Anlage ausgeführt. Nach Meinung von Prof. Schröter wurden in dieser anspruchsvollen Arbeit besonders die komplexen Kernbereiche, wie z. B. die Erfassung und Analyse von Maschinendaten sowie die Prozesskontrolle und Fehlererkennung, erfolgreich gelöst und dokumentiert. Der praktische Teil der Arbeit ist bei Renesas Semiconduktor Europe (Landshut) GmbH realisiert und durch Herrn Dipl.-Phys. Michael Mündner betreut worden.
Mit dem Einsatz modernster Entwicklungswerkzeuge für die Erstellung komplexer Steuerungsfunktionen in der Kraftfahrzeugelektronik, wie z.B. für eine Motorsteuerung oder ein ESP, beschäftigte sich Matthias Prebeck. Er entwickelte mehrerer Softwaremodule, die veranschaulichen, was verschiedene Entwicklungs-Tools leisten können und er erarbeitete die notwendigen Randbedingungen zur Nutzung der automatischen Code-Generierung für die Programmierung des Mikrocontrollers Infineon C167. Damit hat er gezeigt, wie aus einer abstrakten Funktionsdefinition, über den Test am PC, qualitativ hochwertiger, d.h. fehlerfreier, Programmcode generiert werden kann. Der Vorteil dieser Methode liegt in der leichten Übertragbarkeit auf andere Prozessoren, ohne die eigentlichen Steuerungsfunktionen wieder neu entwickeln zu müssen.
Das
Thema der Diplomarbeit lautete "Entwicklung von Steuer- und
Regelfunktionen mit ASCET und MatLab/Simulink mit automatischer
Codegenerierung für den Mikrocontroller Infineon C167". Hierzu wurde
die Programmierung und die automatische Codegenerierung für zwei
Toolketten anhand einfacher, aber aussagekräftiger Beispiele
erarbeitet. In der ersten wurde die graphische Simulations- und
Entwicklungsumgebung MatLab/Simulink (Fa. Mathworks) verwendet. In der
zweiten kam die Entwicklungssoftware ASCET (Fa. ETAS) zum Einsatz.
Für den Betreuer Prof. Dr. Hermann Klein, der die Arbeit ebenfalls mit
"Sehr Gut" bewertete, stellen die von Herrn Prebeck erstellten
Anwendungen einen hervorragenden Einstieg in die anwendungsorientierte
Arbeit mit den oben genannten Tools dar. Zusätzlich liefert diese
Arbeit die Basis, im hiesigen Masterstudiengang "Elektronische Systeme"
eine Lehrveranstaltung zur Thematik der Softwareentwicklung für
Echtzeitsysteme an zu bieten. Die Vorlesung "Automotive Systems"
erarbeitet Hintergründe und praktische Anwendungen, auch im Rahmen von
Übungen, und zeigt auf, wie mit diesen Software-Tools echtzeitfähige
Mikrocontroller-Applikationen realisiert werden können.

