EBS-Alumni: Podiumsdiskussion mit MdEP Manfred Weber und Klaus Pauli (DGB)
Osterweiterung und Dienstleistungsrichtlinie -
Gefahr für deutsche Arbeitsplätze ?
| Montag, 27. März |
16.00 Uhr |
Fachhochschule Landshut, ZH 007 |
Die neue EU-Diensteistungsrichtlinie wurde sehr konträr diskutiert, von Arbeitsplatzvernichtung bis zur überfälligen Ankurbelung des Dienstleistungssektors lauteten die Urteiile. In der Podiumsdiskussion "Osterweiterung und Dienstleisungsrichtliene - Gefahr für deutsche Arbeitsplätze?" werden Manfred Weber, Mitglied des Europaparlaments, und Klaus Pauli, DBG-Kreisvorsitzender Landshut verschiedene Positionen beziehen. Nach einer kurzen Einleitung des Moderators Dr. Jörg Sonnabend, Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht, Wirtschaftsprivatrecht und Europarecht an der FH Landshut, werden die Referenten in je 20 Minuten ihre Standpunkte darlegen und anschließend - mit Einbeziehung des Auditoriums - in die Diskussion einsteigen.
In modernen Volkswirtschaften postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft bilden Dienstleistungen fast 70 % des Bruttoinlandproduktes (BIP) und der Beschäftigung; ihr Wachstums- und Beschäftigungspotential ist beachtlich. Jedoch beträgt der Dienstleistungsanteil am Welthandel nur 19,9 Prozent. Aus diesem Verhältnis lässt sich schließen, dass eine Ausdehnung des Dienstleistungshandels weltweit positive Wachstumseffekte haben könnte.Der Dienstleistungshandel werde durch eine unzureichende Liberalisierung des Handels innerhalb der EU, aber auch auf internationaler Ebene, gehemmt. Arbeitskräfte aus den neuen östlichen Mitgliedstaaten wurden im Beitrittsvertrag sieben Jahre aus Deutschland ausgeschlossen. Die geplante Dienstleistungsrichtlinie soll dies ändern. Eine Öffnung der Märkte könnte eine Chance für europäische Unternehmen und Verbraucher bieten. Einen Schritt in diese Richtung stellt der Versuch der Europäischen Kommission dar, durch die sog. Dienstleistungsrichtlinie, den Dienstleistungssektor zu liberalisieren.
Diese Richtlinie ist heiß umstritten. Der viel zitierte "polinische Fließenleger", hätte laut der ursprünglichen Richtliniie nach den Konditionen/Stundenlöhnen seines Heimatlandes in Europa arbeitden dürfen. Er hätte seine Arbeitsleistung zu Niedrigstpreisen verkaufen können, mit denen ansässige Anbieter, beim hier herrschenden hohen Lohngefüge, nicht konkurrieren könnten. Besonders in den an die östlichen Niedriglohn-Länder angrenzenden Staaten, wie die BRD, wurde die Dienstleistungsreform dementsprechend als deutliche Gefahr für die Arbeitsplätze gesehen. Die Diskussion um die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen war die Folge.
Der amtierende EU-.Ratsvorsitzende, Österreichs Wirtschaftsminister, Martin Bartenstein (ÖVP), will die Dienstleistungsrichtlinie in seiner jetzigen Kompromisss-Variante verabschieden. "Knackpunkt" sind für ihn nach wie vor "das Herkunftslandprinzip, das das Europaparlament eigentlich aus dem Text verbannt hat, sowie die weitgehenden Ausnahmen von der Richtlinie für viele Bereiche." Stellt der verbliebene Kompromiss einen frischen Wind dar, der die Liberalisierung und damit die Konkurrenz ankurbelt oder bedroht er Arbeitsplätze in den alten EU-Ländern? Antworten hierauf soll diese Podiumsdikussion geben.
Veranstaltet wird sie vom Verein Alumni EBS e.V., einer gemeinnützigen studentischen Vereinigung, die aus dem integrierten Studiengang "Europäische Betriebswirtschaft" (EBS) der Fachhochschule Landshut entstanden ist. Der Verein versteht sich als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, die den Studenten/innen Kontakte zur Industrie und Wirtschaft ermöglicht. Auch sollen die Studierenden schon frühzeitig einen Einblick in die Verantwortung der Entscheidungsträger bekommen, indem Referenten zu aktuellen Wirtschaftsthemen eingeladen werden.
