Prof. Dr. Helmuth Gesch: Relativitätstheorie ‚light’
Von langsamen Uhren und verbogenen Räumen
| Dienstag, 17. Januar | 17.15 Uhr | Fachhochschule Landshut, BS 002 |
Die Relativitätstheorie von Albert Einstein hat wie keine andere neuere naturwissenschaftliche Erkenntnis die Welt der Physik revolutioniert und den Laien in den Bann gezogen.
Physiker mussten damals mit dem ehernen Grundsatz brechen, dass eine Theorie erst anerkannt wird, wenn sie experimentell auch überprüfbar ist. Der erstaunte Laie wurde mit Sachverhalten konfrontiert, die sich seiner Erfahrungswelt entziehen, ja die sich scheinbar sogar widersprechen.
Aber bereits vor den bahnbrechenden Arbeiten Einsteins gab es Gedankenansätze bekannter Physiker, die Risse in das Gebäude der klassischen Physik brachten. Unser gewohntes Verständ-nis von Zeit und Raum ist seit dem so gründlich durcheinander geraten, dass wir uns fragen müssen: Was gilt denn noch an unserer Erfahrung von dieser Welt?
Prof. Dr. Gesch geht deshalb besonders der Frage nach, was Gleichzeitigkeit im physikalischen Sinne bedeutet, warum unter bestimmten Voraussetzungen die Zeit zu kriechen anfängt und warum schnelle Körper schrumpfen.
Einstein erkannte, dass die Gültigkeit der Speziellen Relativitätstheorie auf bestimmte physikali-sche Systeme beschränkt ist. Die später entwickelte Allgemeine Relativitätstheorie gilt als Er-weiterung der Speziellen Relativitätstheorie. Die jedem aus dem Alltag bekannte Schwerkraft er-fährt hierin eine neue Interpretation. Die Richtigkeit dieses neuen Verständnisses von der Schwerkraft konnte erst die moderne Astronomie belegen. Sie führt direkt zu den faszinie-rendsten Entdeckungen im Kosmos – den Schwarzen Löchern.
Auch
wenn ein Physiker diesen Vortrag hält: Er wird zeigen, dass es möglich
ist, das neue physi-kalische Denken auch als Nicht-Physiker ohne
mathematisches Formelwerk zu begreifen.
Vorankündigung:
Die Vortragsreihe wird fortgesetzt im SS 2006, der genaue Termine wird recht-zeitig bekannt gegeben:
• Mag. der Philosophie (Universität Madrid) Rafael
Carrión Arias, derzeit Stipendiat an der Humboldt-Universität Berlin:
Perspektivität - Ideologie in der Relativitätstheorie von Einstein.
Initiator der Veranstaltungsreihe :
Prof. Dr. R.J. Feinbier, Studiendekan, FB Soziale Arbeit:
