Wissenswerk Landshut: Grenzen des Fachwissens überschreiten
| Mo., 7. November 2011 |
19.00 Uhr | Hochschule Landshut, ZH 012/013 |
Im nächsten Vortrag aus der Vortragsreihe Wissenswerk Landshut wird sich Prof. Dr. Andreas Cesana (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) mit der immer noch zunehmenden Spezialisierung von Wissen beschäftigen. Dies Diese erfolge zulasten des Blicks auf den Gesamtzusammenhang. Das Thema des Vortrags mit anschließender Diskussion lautet "Grenzen überschreiten: Fachwissen - Orientierungswissen - Bildung."
Das Wissenswerk Landshut befasst sich mit dem Wissen über das Wissen aus unterschiedlichen Perspektiven und ist eine Kooperation zwischen BMW Werk Landshut, Hochschulgemeinde und Hochschule Landshut.
Der Wissenschaftsprozess vollzieht sich in fortschreitender Spezialisierung. Dies hat zur Folge, dass das Wissen immer mehr in die Tiefe geht, aber weniger Überblick über das Ganze zulässt. „Orientierungswissen statt Fachwissen“ und „Bildung statt Ausbildung“ – das sind Forderungen, die sich aus dem Spezialisierungszwang und dem Verlust an Überblick ergeben. So gebietet die heutige Situation, die bestehenden Grenzen zu überschreiten und das Getrennte miteinander zu verbinden; wir brauchen sowohl spezialwissenschaftliche Vertiefung als auch Orientierung stiftendes Wissen und insbesondere ein ganzheitliches Bildungsverständnis.
Mit diesen Grenzüberschreitungen verbindet sich schließlich auch das Anliegen, die Grenzen zwischen den Disziplinen zu öffnen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Denn Interdisziplinarität ist mehr als einfach eine Organisationsform wissenschaftlicher Lehre und Forschung; sie ist vor allem eine an die Person gebundene Kompetenz.
Zum Referenten
Andreas Cesana, geboren 1951 in Basel, ist Professor für Philosophie und Leiter des Studium generale der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er studierte Philosophie und Geschichte an der Universität Basel, promovierte 1979 und habilitierte sich 1986. 1992 erfolgte die Ernennung zum a.o. Professor. 1996 folgte er dem Ruf an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Forschungsschwerpunkte sind Philosophie der Geschichte, Existenzphilosophie, Kulturphilosophie, Interkulturelle Philosophie und Editionswissenschaft.
Publikationen: Johann Jakob Bachofens Geschichtsdeutung (1983), Geschichte als Entwicklung (1988), Neue Wege des Denkens (in japanischer Sprache), Tokio (2007). Eine Vielzahl von Aufsätzen und größeren Beiträgen in Sammelwerken, mehr als 40 Publikationen als Herausgeber oder Mitherausgeber.
Weitere Tätigkeiten u.a.: Leiter der Redaktionsstelle der kritischen Gesamtausgabe der Werke Jacob Burckhardts, Direktor der International Association of Jaspers Societies; Stiftungsratsmitglied der Jacob Burckhardt-Stiftung, Basel; Direktoriumsmitglied der "Jacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen" in Augst; Vorsitzender der Stiftung "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur", Mainz.
Weitere Informationen zum Wissenswerk Landshut.
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