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Projekte
IMVAL - Das Gesamtprojekt
Innovative Mineralschaum Verbund Applikationen für den Leichtbau
Koordinator: Prof. Dr.-Ing. Otto Huber, Kompetenzzentrum Leichtbau der Hochschule Landshut
| Gehe zu: | Projektziel | Kooperation | Perspektiven | Daten & Fakten | Partner |
1. Das Projektziel
Ziel des Verbundprojekts ist die Entwicklung, Herstellung, Analyse und
Charakterisierung sowie die Anwendung eines neuen Leichtbau-Verbundwerkstoffs.
Der Verbundwerkstoff besteht aus geometrisch gut bestimmten kleinen und
spezifisch sehr leichten Mineralschaumkugeln (Insertkörper), die in eine
makroskopisch geometrisch bestimmte Form gebracht werden und über einen
Gießprozess mit einem flüssigen Kunsttstoff oder Metall (Matrix) infiltriert
werden. Die dadurch erreichte Schaffung vieler Grenzflächen und Hohlräume und
die Möglichkeit, Krafteinleitungs- und Befestigungselemente zu integrieren,
führt zu deutlich reduziertem Gewicht bei gleichzeitig definiert einstellbaren
Verformungseigenschaften. Durch das niedrige spezifische Gewicht, dem
gleichmäßigen und gut reproduzierbaren Schaumaufbau, den guten
Formgebungsmöglichkeiten und das günstige Energieabsorptionsvermögen bietet
dieser zellulare Verbundwerkstoff besondere Vorteile für den Leichtbau
beispielsweise in der Fahrzeugtechnik. Insbesondere für Sandwichkonstruktionen
kann der Verbundwerkstoff als Kernmaterial eingesetzt werden und liefern dadurch
gute Steifigkeits- und Festigkeitseigenschaften.
Das günstige
Energieabsorptionsvermögen von geschlossenporigen Schäumen verspricht darüber
hinaus funktionell stark modulierbare Lösungen für Crashprobleme (z.B.
energieabsorbierende Strukturbauteile für den Kopfaufprall auf die Motorhaube,
Defo-Elemente im Schrägcrash oder Leichtbau-Versteifungselemente für den
Seitencrash). Ein weiterer Vorteil besteht in den relativ niedrigen
Werkstoffkosten, die aus der Verwendung von Recyclingprodukten (z.B.
Flaschenglas oder Filterstaub von Kraftwerken) für die Insertkörper
resultieren.
Innerhalb des Forschungsprojekts sollen die
Mineralschaumgranulate optimiert und Herstellungstechnologien für den
Verbundwerkstoff erarbeitet werden. Um das breite Anwendungsspektrum innerhalb
des Leichtbaus zu erschließen, sind geeignete Werkstoffmodelle mit experimentell
ermittelten Werkstoffparametern für die Computersimulation des Werkstoff- und
Bauteilverhaltens bzgl. Verformungen und inneren Beanspruchungen mittels der
Finite Elemente Methode (FEM) aufzustellen. Die Kenntnis der
Materialeigenschaften inklusive des Schädigungsverhaltens, sowie die
Verfügbarkeit von geeigneten Stoffgesetzen für FEM-Anwendungen im
elastoplastischen Bereich sowie bei hohen Dehnraten wie sie bei Crashanwendungen
auftreten, soll den Einsatz des neuen Verbundwerkstoffs in der Fahrzeugindustrie
als auch in weiteren Branchen, in denen die Leichtbautechnologien eine tragende
Rolle spielen, ermöglichen.
Darüber hinaus werden Konstruktionsrichtlinien
für das werkstoff-, fertigungs- und prüfgerechte Konstruieren mit diesem
Leichtbauwerkstoff erstellt. Diese sollen anhand konkreter Konstruktionsaufgaben
aus dem Bereich von dünnwandigen Rahmen- und Schalenkonstruktionen erarbeitet
werden.
Die Werkstoffparametrisierung wird mittels Mikrocomputertomographie
(µCT) und 3d-Bildverarbeitung vorgenommen, um die gezielte Einstellung der
Werkstoffparameter in Proben und im Bauteil zu überprüfen und somit eine
Qualitässicherung für die Bauteilherstellung zu eröffnen.
Es ist der
Entwicklungsprozess und die Fertigung von Formteilen aufzubauen um die gesamte
Prozesskette von der Werkstoffherstellung bis hin zum fertigen Produkt
abzudecken sowie die wirtschaftliche Herstellbarkeit für eine Serienfertigung
nachzuweisen. Endziel dieses Forschungsvorhabens ist die Fertigung des
Prototypen eines Leichtbau-Formteils das unter der gesamthaften Nutzung der
beschriebenen Technologien entwickelt, hergestellt, bearbeitet, und unter
Betriebsbedingungen getestet werden soll.
2. Die Kooperation
Zur Erreichung dieser ehrgeizigen und komplexen Projektziele ist eine enge
Vernetzung und ein intensiver Austausch des umfangreichen Wissens aller
beteiligten Partner notwendig. So vereint der Verbund das industrielle KnowHow
der Hersteller und -verarbeiter der eingesetzten Metall- und
Kunststoff-Matrixwerkstoffe (BMW AG Werk Landshut, DST Dräxlmaier Systemtechnik
GmbH, Grillo Werke AG, HZD Havelländische Zinkdruckguss GmbH & Co.KG,
Quadrant EPP Nederland B.V., ZoE Zentrum of Exellance GmbH & Co.KG) und des
Mineralschaumgranulat-Herstellers Dennert Poraver GmbH mit der
Forschungskompetenz des Gießereiinstitutes der TU Bergakademie Freiberg mit dem
Ziel der Entwicklung und Optimierung der Materialien und Verfahren zur
Herstellung des Verbundwerkstoffes. Die Engineering Kompetenz auf dem Gebiet der
Konstruktion und nummerischen Simulation der beteiligten KMUs HÖRMANN
Engineering GmbH und CAD-FEM GmbH stellt den Transfer der Forschungsergebnisse
bzgl. Werkstoffcharakterisierung, Berechnung und Versuchstechnik der beiden
Fachhochschulen Ingolstadt und Landshut und des Fraunhofer Institutes für
Techno- und Wirtschaftsmathematik in die industrielle Praxis sicher. Die
Umsetzung der Ergebnisse dieses Verbundprojektes in marktfähige
Leichtbauprodukte ist das klare Ziel der beteiligten Verbundpartner. Durch die
Zusammenführung verschiedener Kompetenzen wird ein Netzwerk geschaffen, das in
der Lage ist, die gesamte Prozesskette für einen Werkstoff von der Herstellung
über die Konstruktion, Berechnung und Versuch bis hin zur industriellen
Anwendung abzubilden. Der Forschungsverbund hat seinen Ursprung im
Leichtbau-Cluster, dem Kompetenznetzwerk für Leichtbautechnologien an der
Fachhochschule Landshut. So verwundert es nicht, dass die Fachhochschule
Landshut auch die Koordination dieses Verbundprojektes übernommen hat. Es
handelt sich um eine internationale Kooperation, an der 13 Partner beteiligt
sind.
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3. Die Perspektiven
Die Ausrichtung dieses Verbundprojektes bietet den beteiligten
Forschungseinrichtungen noch innerhalb der Projektlaufzeit die Möglichkeit, ggf.
auch durch die Aufnahme weiterer Partner in das Netzwerk die Untersuchungen
bspw. auf zusätzliche Matrixmaterialien auszuweiten. Das Fraunhofer ITWM hat so
beispielsweise die Gelegenheit, in enger Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen
zur Bildaufnahme die Abbildungsbedingungen für µCT-Aufnahmen von verschiedenen
Werkstoffkombinationen zu optimieren.
Die Implementierung des von den
Fachhochschulen Landshut und Ingolstadt zu entwickelnden Werkstoffmodells in
kommerzielle FEM-Software durch die CAD-FEM GmbH stellt den Zugang
projektfremder Unternehmen zu den erarbeiteten Ergebnissen sicher.
Nicht
zuletzt zeigen konkrete Anfragen aus dem Automobil- und Schienenfahrzeugbau,
dass für den Mineralschaumverbundwerkstoff in Form von energieabsorbierenden
Bauteilen (sog. Crash-Absorbern) konkrete Verwendung besteht und so für alle
beteiligten Projektpartner und assoziierte Unternehmen die Möglichkeit besteht,
Ihre Projektergebnisse in Form von konkreten Produkten und Spezialwissen
kommerziell zu verwerten.
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3. Die Perspektiven
Daten & Fakten
| Projektname: | IMVAL – Innovative Mineralschaum Verbund Applikationen für den Leichtbau |
| Technologiefeld: | Neue Werkstoffe / Leichtbau |
| Projektlaufzeit: | 01. August 2003 bis 30. April 2007 |
| Projektkosten: | 1,5 Mio. EUR |
| Fördersumme: | 0,8 Mio. EUR |
| Förderprogramm: | InnoNet, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) |
| Projektträger: | VDI / VDE Innovation + Technik GmbH |
5. Die Partner im Verbundprojekt
| Forschungspartner: | ||||
| Kompetenzzentrum Leichtbau an der Hochschule
Landshut Teilprojekt: Stoffgesetze für Zellulare Verbundwerkstoffe im zeitfreien elasto-plastischen Bereich | ||||
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| Industriepartner: | |
| BMW AG Werk Landshut Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| Dennert Poraver GmbH Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| DST Dräxlmaier Systemtechnik GmbH Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| CAD-FEM GmbH Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| Grillo Werke AG Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| HZD Havelländische Zink-Druckguß GmbH & Co.KG Inhaltlicher Schwerpunkt:
| |
| HÖRMANN Engineering GmbH Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| Quadrant EPP Nederland B.V. Inhaltlicher Schwerpunkt:
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| ZoE Zentrum of Exellance GmbH & Co.KG Inhaltlicher Schwerpunkt:
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