Ringvorlesung gender lectures_interdisziplinär im Wintersemester 2011/12
Was haben Politik, Pflege, Gesundheit, Personalmanagement sowie nachhaltige Produktentwicklung gemeinsam? Welche Bedeutung haben Erkenntnisse und Ergebnisse der Geschlechterforschung für die Praxis? Für welche Bereiche ist Genderwissen relevant? Welche Erfahrungen werden mit Gender Mainstreaming in der Praxis gemacht?
In diesem Wintersemester werden in der Vorlesungsreihe gender lectures_interdisziplinär ausgewiesene Expertinnen unterschiedlichster Bereiche zu Wort kommen, die die praktische Bedeutung und konkrete Anwendung von Genderwissen deutlich machen.
Veranstaltet wird die Reihe von der Frauenbeauftragten der Hochschule Landshut, Prof. Dr. Schiedermeier, gemeinsam mit der Fakultät Soziale Arbeit, Prof. Dr. Barbara Thiessen, sowie der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Landshut, Margarete Paintner, und der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Landshut, Karin Boerboom.
Wir laden herzlich ein zu einem disziplinübergreifenden Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
Montag, 24.10.2011 - 19:00 - 21:00 Uhr - HS 013
Twittern Frauen anders? Virtuelle soziale Netzwerke aus Genderperspektive
Dr. Karin Windt, Berlin
Frauen haben inzwischen eine große Präsenz in den virtuellen sozialen Netzwerken bzw. dominieren diese zahlenmäßig sogar. Dieser Vortrag geht daher der Frage nach, inwiefern heute noch von Gendered Digital Inequality gesprochen werden kann. Legen Frauen im Web 2.0 ein anderes mediales Verhalten als Männer an den Tag und beschäftigen sich, wie es heißt, eher mit Privatem als etwa der beruflichen Vernetzung? Da Social Media Tools wie Xing, facebook u.a. zunehmend von Unternehmen für die Personalsuche eingesetzt werden, sollten jedoch auch Frauen digitale Online-Netzwerke zielgerichtet zur Karrieresteuerung nutzen.
Montag, 14.11.2011 - 19:00 - 21:00 Uhr - HS 013
Wie kommen die Perspektiven von Nutzerinnen in die Entwicklung von Produkten? Gender und Diversity in Innovationsprozessen am Beispiel Bau und Mobilität
Dipl. Päd. Sabrina Gebauer, TU München
Durch Nutzerintegration können Nachhaltigkeits-Innovationen und damit letzten Endes nachhaltiger Konsum ermöglicht, verbessert und beschleunigt werden. Nutzerintegration bezeichnet den gezielten Einbezug späterer Kunden/innen und Anwender/innen in Innovationsprozesse von der ersten Idee bis hin zur Einführung am Markt.
Der Vortrag stellt das Forschungsprojekt - Förderung nachhaltigen Konsums durch Nutzerintegration - vor und die gewonnen Praxiserfahrungen zur Weiterentwicklung der Nutzerintegration unter besonderer Berücksichtigung diversityrelevanter Faktoren.
Montag, 28.11.2011 - 19:00 - 21:00 Uhr - HS 013
Politik & Gender: Einschätzungen zur Beteiligung von Frauen in Parteien und Parlamenten
Dipl. Soz. Jasmin Siri
Eine Frau als Bundeskanzlerin, starke Ministerinnen und Generalsekretärinnen wohin man nur schaut und dann führt auch noch ausgerechnet die CSU die Frauenquote ein. Erleben wir etwa den Sieg der Frauenbewegung über männerbündische Strukturen? Brechen paradiesische Zeiten an, in denen Männer und Frauen gleichberechtigt Politik gestalten? Ein Blick in die Zeitung und in Fernsehtalkshow spricht hierfür eben so wenig wie die nackten Zahlen der Beteiligung von Frauen in Parlamenten - Politikerinnen, vor allem, wenn sie auch noch Mütter sind - sind oft herber Kritik durch ParteifreundInnen oder, so sie denn prominent sind, der Medien, ausgesetzt. Im Vortrag soll der Beteiligung von Frauen in Parlamenten nachgespürt und nach konkreten Strategien gefragt werden, mittels derer die immer noch bestehende Chancenungleichheit im politischen Betrieb auf kommunaler, auf Landes- und auf Bundesebene behoben werden kann.
Montag, 12.12.2011 - 19:00 - 21:00 Uhr - HS 013
Frauenmangel - Wie soll das mit der Pflege werden? Genderkritische Aspekte aktueller Entwicklungen in der Pflege
Dipl. Soz.päd. Rosemarie Daumüller, Stuttgart
Die Zukunft der Pflege gehört angesichts der demographischen Veränderungen zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Pflege ist in mehrfacher Hinsicht ein Frauenthema: Rund 67 Prozent der - statistisch erfassten - Pflegebedürftigen sind Frauen. Gleichzeitig sind es Frauen, die den Hauptteil der Pflege in der Familie leisten. Sie sind es auch, die ein Vereinbarkeitsproblem haben, wenn sie erwerbstätig sind, denn die weibliche Zuständigkeit für Care ist in der Tiefenstruktur unserer Gesellschaft verankert. Auch in der professionellen Pflege sind es überwiegend Frauen, die als ausgebildete Kräfte Pflegearbeit leisten. Dies betrifft die klassische Altenpflege ebenso wie die ambulante Haus- und Familienpflege oder die erwerbsmäßige Rund-um-die-Uhr-Pflege in privaten Haushalten. Gerade letztere findet häufig in ungeschützten Arbeitsverhältnissen und am Rande der Legalität statt.
Montag, 16.01.2012 - 19:00 - 21:00 Uhr - HS 013
Legen Sie sich mit den Herren an! Der weite Weg zu einer gendergerechten Gesundheitspolitik
Dipl. Psych. Ulrike Hauffe, Landsfrauenbeauftragte, Bremen
Männer und Frauen sind verschieden, nicht nur durch das biologische Geschlecht (Sex), sondern auch durch ihre gesellschaftliche Position und kulturelle Zugehörigkeit (Gender). Gender Mainstreaming im Gesundheitswesen bedeutet somit die systematische und radikale Berücksichtigung dieser Verschiedenheit. Jede gesundheitspolitische Entwicklung und Entscheidung muss sich daran messen lassen, ob sie die Selbstkompetenz von Frauen und Männern stärkt oder schwächt. Eine spezifische Frauen(gesundheits)politik wird allerdings noch so lange unentbehrlich sein, wie Frauen in weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens benachteiligt sind auch im Gesundheitswesen und der Gesundheitsforschung
