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Die „Kinderinsel“ an der FH baut dran

OB Rampf gibt mit Spatenstich Startsignal für neuen Schlaf- und Turnraum

Oberbürgermeister Hans Rampf setzte persönlich den Spaten an, und gab den Startschuss für die Erweiterung der Kinderinsel, der Kindertagesstätte an der FH Landshut. Es soll ein neuer Schlaf- und Turnraum geschaffen, der zwar auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Anbau wirkt, aber eigentlich ein Vorzeigeprojekt ist: Für die Kleinen zwischen einem und sechs Jahren entsteht hier ein Raum, der nicht nur zum Ausruhen und Bewegen gedacht ist, sondern der als erster und bisher einziger öffentlicher Raum in Landshut baubiologisch vorbildlich ist.

So wird auf hervorragende Dämmung geachtet, was den Heizbedarf auf ein Minimum reduziert und somit die Heizkosten drastisch reduziert. Ebenso werden Ziegel verwandt, die zu fast 100 Prozent UMTS-Strahlen abweisen.

 Beim Spatenstich (v.l.): Susanne von Bechtolsheim (1. Vorsitzende) und Miriam Marx (erzieherische Leiterin) von der Kinderinsel , Oberbürgermeister Hans Rampf, FH-Kanzler Hansgeorg Falterer, Architektin Gabriele Schwabl und Stadtrat Rudi Schnur.
Bei der Farbe wird streng darauf geachtet, dass sie keinerlei allergieauslösende Stoffe enthält.Nötig wurde der Anbau, weil die Räume der Kinderinsel, eine ehemalige Hausmeisterwohnung, keinen ausreichenden Raum boten, um alle Kinder in einem Raum schlafen zu legen. Bis jetzt begnügten sich die Kleinen mit Betten und Matratzen, die überall, sogar im Flur, aufgestellt wurden. „So konnte es nicht weitergehen“, sagt Kinderinsel-Vorsitzende, Susanne von Bechtolsheim. „Daher haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um für die Kinder einen guten Ruheraum zu schaffen. Dank der Förderung der Stadt Landshut, der guten Kooperation mit der Fachhochschule, Eigenengagement und Spenden aus der Wirtschaft können wir uns nun auf den neuen Raum freuen“.

 „Vorbildcharakter in der Stadt“

Dass ihm das Thema „Kinderbetreuung“ und ein famlien- und kinderfreundliches Umfeld in der Stadt Landshut sehr am Herzen liegt, untermauerte Oberbürgermeister Hans Rampf beim Spatenstich am Donnerstag. „Die Kinderinsel hat mit ihren Betreuungsangebot in altersgemischten Gruppen und mit dem großartigen Engagement der Eltern Vorbildcharakter.“ Für den OB stand außer Frage, dass Kinderkrippenplätze in der Stadt ein Thema bleiben werden. Hier wolle man auch die Erfahrungen, die die Kinderinsel gemacht habe, mitnehmen, wenn es um einen weiteren Ausbau gehe. 

Ohne die Unterstützung aus der Wirtschaft wäre dieser Anbau an der Kinderinsel jedoch nicht möglich gewesen. So spenden Firmen wie Schlagmann einen Teil der baubiologisch wertvollen Ziegel. Andere bieten ihre Dienstleistungen zum Selbstkostenpreis. Dafür dürfen sie an der Außenwand des neuen Anbaus werben. Das Baugeschäft Schwabl lieferte das Architekten KnowHow und übernimmt einen Teil der Baukosten. Die Liste lässt sich fortsetzen. Außerdem erhielt die Kinderinsel kostenlose Beratung von Stadtrat Rudi Schnur, Baubiologe des Landshuter Umweltzentrums e.V.. Schließlich werden 20 Prozent der Bauarbeiten von Eltern in Eigenleistung geliefert. Auch dies hilft, Kosten zu sparen.

Steigende Nachfrage

Auch aus Sicht der Fachhochschule ist die Kinderinsel eine Erfolgsgeschichte. Aus einer Studenteninitiative entstanden, hat sich das ursprüngliche Pilotprojekt, in dem erstmals altersübergreifend Krippenkinder ab einem Jahr gemeinsam mit Kindergartenkindern bis sechs Jahren betreut wurden, als Vorzeige-Modell etabliert. Und dieses Engagement hat sich laut FH-Kanzler Hansgeorg Falterer gelohnt, „die steigende Nachfrage und auch die Verankerung dieses Modells im neuen Kindertagesstättengesetz zeigen die Innovationsfähigkeit der Studierenden an unserer FH".

Kinder von Studentinnen und Studenten sowie vom Personal der Fachhochschule haben Vorrang bei der Vergabe der 19 Ganztagsbetreuungsplätze. "Das macht FH Landshut zu eine besonders familienfreundlichen Fachhochschule", freut sich Falterer. Deshalb unterstütze die Fachhochschule die Kinderinsel, wo immer es gehe: ob beim Ausbau des Gartens, bei den täglichen Essen, welche die Mensa liefert, oder jetzt beim Anbau.

Nun hoffen alle Beteiligten und Geldgeber, dass die Kinder noch vor dem Winter den neuen Raum beziehen können. Im Januar wird dann ein großes Einweihungsfest gefeiert.

Kinderinsel betreut seit 2002  den Nachwuchs

Die Kindertagesstätte an der FH Landshut e.V. wurde im Oktober 2002 eingeweiht und begann ihre Arbeit zunächst mit spärlichen Mitteln: die meisten Spielsachen und Möbel waren aus anderen Einrichtungen geschenkt und gestiftet. Als erste Kindertagesstätte in Niederbayern betreut sie Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren in einer einzigen Gruppe, was „altersgemischte Gruppe“ genannt wird.

Dadurch entsteht eine Atmosphäre wie in einer Großfamilie: Die Kleinen lernen von den Großen, die Großen übernehmen Verantwortung für die Kleinen. Zwei Erzieherinnen und zwei Kinderpflegerinnen kümmern sich um das Wohl der Kinder und die pädagogische Arbeit. Insgesamt bietet die Kinderinsel Platz für 19 Kinder, die ganztags betreut werden können. Die Kinder können zwischen 7.30 Uhr und 9 Uhr morgens gebracht werden. Manche bleiben bis Mittags, andere bleiben noch zum Mittagschlaf, wieder andere bleiben bis längstens 17 Uhr. Der Bedarf ist groß und die Warteliste lang. Als eingetragenem Verein liegt die Kinderinsel in privater Trägerschaft. Die meisten Vereinsmitglieder, auch der Vorstand, engagieren sich ehrenamtlich für die Kinderinsel.

 
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